Randers zog den Hut sehr tief und sah fragend den Grafen an.

Wirst du mich vorstellen?

Aber der Graf stellte ihn nicht vor, die Komtesse trat einen Schritt zurück: bitte, wenn's beliebt, mein Herr. Die Passage ist frei.

Er musste wirklich vorübergehen, musste wieder um den Turm herumgehen und sich von Petersen die Lübecker Türme zeigen lassen. Nicht ein Wort war ihm eingefallen, womit er eine Unterhaltung hätte anknüpfen können. Da er dem Grafen vorgestellt war, hätte er es ungezwungen wagen dürfen. Aber was sollte er diesen Augen gegenüber sagen? Augen, die zu dieser Stimme passten, Augen mit demselben vollen, tiefen Klang. Augen wie ein norwegisches Berglied.

"Sie hat eine norwegische Stimme und norwegische Augen," sagte er zu
Petersen.

Der Lehrer sah ihn verständnislos an und lächelte:

"Norwegische Augen?"

"Ja, Fjordaugen," erklärte Randers.

In diesem Augenblick ging die Komtesse mit den norwegischen Augen und der norwegischen Stimme an ihnen vorüber. Der Graf folgte und nickte, seinen Hut lüftend, freundlich Abschied.

Und Randers hörte die Schleppe des schwarzen Reitkleides die Steinstufen hinabrauschen, hörte von unten herauf noch einmal kurz ihre volle, riefetiefeme, ein Lachen, und horchte angestrengt nach dem Hufschlag der Pferde. Aber der weiche Waldboden verschlang den Laut. Nur einmal klang ein kurzes, helles Hufgeklapper herauf. Es mussten da irgend wo Steine liegen.