Randers stand, weit über die Brüstung gelehnt, und sah hinab. Er konnte nichts als das leise, schwankende Laubdach der hohen Buchen sehen. Er konnte nicht mal den Weg verfolgen, den sie jetzt ritt. Er wusste nur, da unten irgendwo unter diesem rauschenden, lispelnden, wogenden, grünen Zelt leuchten zwei schöne, tiefe klare Augen.

Fjordaugen!

Aber vier schnelle Füsse führen sie in die Ferne. Dort hinten, weit hinten, hinter den Hügeln lag Rixdorf.

Aber nein, diese Augen blieben ja, blieben ja bei ihm. Ihre Augen liess sie ihm. Er sah sie immer dicht vor sich. Grosse stahlblaue Augen. Von einer fast schwarzen Tiefe, aber mit einem grüngoldigen Leuchten darüber.

Fjordaugen!

Steil steigen die finstern Felsen auf, aber zu ihren Füssen liegt das Wasser in wundervoller Klarheit und Tiefe. Der Himmel mischt sein Blau mit dem Schwarz der Felsenschatten. Eine Möwenschwinge zuckt hell darüber hin.

Und eine so wundervolle Stille in dieser versteckten Bucht!

Ein märchenhaftes Grauen überfällt ihn.

Das kleine Boot gleitet ganz langsam durch die klare Flut, durch den Himmel. Es war wie ein Schweben zwischen Meer und Himmel, oder wie zwischen zwei Himmeln. Oben, unten dieselbe Tiefe, dieselbe Höhe, unergründlich, aber klar, ruhig, ganz friedlich, als gäbe es keine Stürme.

Und jetzt plötzlich von oben herab, sanft herunterschwebend, ein Lied. Der Gesang einer Hirtin, einer Sennerin. Tiefe feierliche Klänge, tief und feierlich wie das ruhige Meer.