Aber interessant war er. Und was er schon für Manieren hatte. Wie ein junger Graf.
Und diese Augen! Große schwarze, für gewöhnlich etwas verschleierte Augen, die aber wieder ordentlich leuchten und funkeln konnten.
Was Lux wohl zu dem neuen Kameraden sagen würde? Ob er ihm wohl »über« wäre? Sehr stark sah der Spanier nicht aus; er war nicht größer als sie selbst, höchstens eben so groß und war doch fast zwei ganze Jahre älter.
Er hatte ihr zur Begrüßung die Hand gegeben, und sie hatte zögernd ihre weiße Mädchenhand in die fremde, braune Knabenhand gelegt.
»Guten Tag,« hatte er dabei mit gezierter, fremder Aussprache gesagt.
Ob er denn schon deutsch sprechen könnte? Ein wenig, wie es schien. Das war schön. So konnte man sich doch verständlich machen. Und wie drollig es klang, wenn er sprach. Wie er das R rollte und jede Silbe betonte.
Lux, der nicht ohne Beklemmung seiner Ankunft entgegengesehen hatte, fand ihn sehr nett und atmete erleichtert auf. Der reichte ihm ja nur bis an die Nasenspitze.
Der kleine Fremde war ein wenig verlegen und musterte fast scheu den größeren, blonden Knaben. Lux schlug einen gönnerhaften Ton an und meinte, er solle sich nur nicht fürchten, sie würden schon gut miteinander auskommen.
»O nein, nicht fürchten,« sagte Manuel, und über sein feines, braunes Gesicht lief ein hübsches Lächeln, und die dunklen Augen leuchteten auf. »Ich spreche nur so schlecht die deutsche Sprache.«
Lux und Blanche beruhigten ihn aus einem Munde, er spräche schon sehr nett, und sie verständen alles, was er sage.