Und immer werden die Humpen nicht leer,
Die Lübecker trinken und können nicht mehr,
Bald liegen sie alle, den Kopf auf den Armen
Und schlafen und schnarchen zum Erbarmen.
Da hat die Bauern der Teufel gezwickt,
Da haben die Bauern gebohrt und gewrickt,
Den Tisch und die nächsten Säulen durchlochten
Die tückischen Schelme, so schnell sie vermochten.
Die lübischen Bärte, wie hingen sie schlapp,
Die bübischen Bauern, sie sagten nicht papp,
Sie stopften sie all in die Löcher und schlugen
Zur Sicherheit noch einen Pflock in die Fugen.
Die Herren schlafen, kein Schlag weckt sie auf,
Die Herren schnarchen, ein Ratsherrngeschnauf!
Auf einmal da laufen die Bauern zusammen:
Zeter und Mord! Das Haus steht in Flammen.
Hei, kamen die Schläfer so schnell aus dem Traum,
Ein Zerren, ein Reißen, und leer war der Raum.
Nur die stattlichen Bärte alle
Blieben zurück in der elenden Falle. —
Seitdem, und wer verdenkt es den Herrn,
Hielten sie sich weislich fern.
Zwar haben sie fürchterlich Rache geschworen,
Doch ließ man die Bauern ungeschoren.
Frei vom Zehnten Stakendorf blieb,
Den Lübeckern war ihr Bart zu lieb.
Das Opferkind
Bei Heiligenstedten, der Stördeich war's,
Der Deich wollte nicht halten.
Da war ein Loch, man krigt es nicht zu,
Die Flut weiß zu spülen, zu spalten.
So viel man auch stopft mit Erde und Stein,
Das Meer stößt ein neues Loch hinein.
Da war Not. Wich der Deich,
Das Land musste ersaufen.
Eine alte Frau wusste da Rat,
Man könnt es dem Teufel abkaufen:
Freiwillig muss ein Kind da hinab,
Das hilft, freiwillig hinein da ins Grab.