IX

Ich konnte an diesem Abend vor Fieber nicht schlafen. Ich lag mit offenen Augen neben dem Lazarettzelt und sah zu, wie sie sich um die Verwundeten und um die Kranken mühten. Sie nahmen eine Zeltbahn und schlugen sie einmal zusammen und knüpften die offenen Seiten zu und stopften in diese so entstandenen Säcke das lange, dürre Gras und legten den Leidenden darauf und taten ihm Gutes so viel sie konnten. Gegen Morgen kam ein neuer Kranker; er kam mit schleppenden Füßen und halbgeschlossenen Augen, blaß wie der Tod. Am Vormittag kamen wieder zwei.

Nun lagen da schon neben siebzehn Verwundeten vierzehn Kranke. Die Kranken lagen teilnahmlos da, wie von einem Schlag vor den Kopf betäubt. Wenn man sie fragte, sagten sie, sie fühlten keinen Schmerz, sie wären aber so matt und so heiß.

In den folgenden drei Tagen wurden weitere zwölf krank. So ging es Tag für Tag.

Da sagten sie es offen, daß es Typhus wäre. Er war durch die geringe und schlechte Nahrung und durch das verdorbene Wasser und den Schmutz und das Frieren in den dünnen, verlumpten Kleidern gekommen.