»Hinweg von hier, die Flur ist unheimlich für Fremde; den Herrn Vogt will ich anflehen, daß er mich ansiedle, wo es auch sei, nur weit von hier. Beschwerlich ist ein Lager unter den Disteln.« Das Weib heulte und das Kind schrie, Immo griff in den Beutel, den ihm der Abt geschenkt hatte und legte der Frau eine Handvoll runden Silberblechs in den Schoß. »Aus dem Kloster seid ihr blanken, und in Klosterweise streue ich euch aus,« sagte er gutherzig. Er schüttelte sich das Wasser aus dem triefenden Gewande, sprang in den Sattel und ritt den Brüdern in gestrecktem Laufe nach. Als er ihre Schar erreichte, warfen die andern finstere Blicke auf ihn und wandten die Gesichter ab.
»Seit wann beschützen die Söhne Irmfrieds den nächtlichen Mordbrand?« frug Immo zu Odo reitend verächtlich.
»Nicht wir haben das Feuer entzündet,« versetzte Odo. »Kränkt dich, daß wir von einem Vogelfreien abwärts ritten, so kränkt uns deine hilfreiche Hand.«
»Galt euch der Mann als vogelfrei, so lobe ich den Brauch nicht, ihm Weib und Kind zu sengen.«
»Führt der Hahn sein Volk in die Burg des Fuchses, so büßt es Henne und Huhn. Ich riet dir nicht, unserm Ritt zu folgen.«
»Unwillkommen ist der Mahner,« rief Ortwin, »der unsere Bräuche nicht kennt.«
Und Erwin: »Dünkst du dich klüger als deine Landsleute, so wärst du besser bei den Mönchen geblieben.«
»Kommst du uns Mönchslehre zu geben,« spottete Adalmar, »so wirst du hier eine demütige Gemeinde nicht finden.«
»Wie die Eule schreist du deinen Warnungsruf und dein Gesang klingt widerwärtig im Lande,« höhnte auch der junge Arnfried.