»Wohl, die Rechnung war genau. Dann können wir heute abend seine schnellen Reiter erwarten. Wie stark war sein Haufe?«
»Mehr als hundert Rosse zählte ich. Dennoch, Herr, zürnt nicht, wenn ich Unsicheres sage, er lag auf den Wiesen, ob er aufgebrochen ist, weiß ich nicht.«
»Was hast du, Jüngling?« frug der Kriegsmann befremdet.
»Als ich wegritt, war gerade die Kunde gekommen, daß dem Könige der Schatz entführt ist; und darüber war großes Raunen und Umherlaufen im Lager.«
Der Fremde trat vor Immo, sah ihm fest in das Gesicht, dann faßte er seine Hand mit eisernem Druck, führte ihn einige Schritt zur Seite und frug leise: »Du meinst, er zögert deshalb zu kommen?«
»Ich weiß nichts Sicheres, Herr,« versetzte Immo.
»Deine Meinung will ich hören, Jüngling, sprich die Wahrheit, wenn dir dein Leben lieb ist, denn du stehst vor deinem König.«
Immo warf sich auf die Knie. »Heil sei meinem Herrn!« rief er.
Doch der König winkte ihm ungeduldig aufzustehen. »Antworte!«
»Laßt mich's nicht entgelten, Herr, wenn ich Unwillkommenes verkünde. Sie sprachen davon, auf dem Idisberg ein Lager zu schanzen und im Morgengrau sah ich Boten reiten nach der Böhmer Grenze, wo, wie sie sagen, die besten Burgen des Markgrafen sind.«