Der König wandte sich ab und sah finster vor sich nieder. »Der Graf fängt früh an wie ein großer Herr zu handeln. Wer hundert Rosse ins Feld führt, der ist noch nicht vornehm genug, um den König zu verraten,« rief er bitter. »Sendet dein Geschlecht dich allein?« frug er argwöhnisch.
»Ich führe dreißig leichtbewaffnete Knaben herzu, sichere Bogenschützen aus dem Walde. Ich ließ sie im Versteck zurück mit einem schwer verwundeten Kaufmann, den wir auf unserm Wege fanden; ihn hatten Räuber gefällt, als er zum Lager des Herrn Königs ritt.«
Der König fuhr in die Höhe. »Wie heißt der Kaufmann?«
»Es ist Heriman aus Erfurt, ein ansehnlicher Burgmann. Da er vielen von uns wohlbekannt ist, wollten wir ihn nicht zurücklassen.«
»Wahrlich,« rief der König, »als ein Unglücksbote kommst du. Ist der Wunde beraubt?«
»Sein Knecht lag erschlagen, Roß und Warenballen waren entführt.«
Der König winkte schnell mit der Hand, daß Immo zurücktreten sollte. Dieser eilte den Hügel hinab zu den Leibwächtern, bei denen Brunico die Pferde hielt, und er sah aus der Ferne, daß der König auf dem Schemel gebeugt sein Haupt in die Hand stützte. Auf einen Ruf Heinrichs ritt von der andern Seite der große Kriegsmann herzu, welcher den ausgestellten Wachen gebot. »Graf Gerhard hemmt seine Reise,« rief dem Absteigenden der König entgegen, »er wird sich mit dem Babenberger vereinen, und Heriman liegt beraubt am Boden.«
»Oft warnte ich den König,« antwortete der Vertraute, »der Treue des Wolfes Gerhard zu vertrauen, er nimmt seine Beute, wo er sie findet.«