»Ein Freier bin ich aus dem Moor und freiwillig begleite ich ihn.«

»Seltsamen Ritterbrauch übt man in deiner Heimat,« spottete der König zu Gundomar gewandt. »Weshalb stieg Held Immo auf die Linde?«

»Weil etwas darunter war,« versetzte Brunico mit schlauem Augenzwinkern.

»Schwert oder Spindel?« frug der König.

»Spindel,« bestätigte Brunico.

Der König nickte: »Daher die Schweigsamkeit des Jünglings.«

»Wie ich so an der Mauer herumschlich, vernahm ich, daß die Fechter des Grafen in einem Erdloch miteinander zankten wegen der dreizölligen Wunden, welche der König an ihnen sehen will.«

»Wie?« frug der König, »was habe ich mit den Fechtern des Grafen zu tun?«

Aber Brunico, der froh war, jetzt aus seinem Gedächtnis die Rede eines andern herauszuholen, fuhr herzhaft fort: »Ich selbst vernahm, daß der Herr König die fahrenden Leute mißachtet, insbesondere die Weiber, welche im Tanzen ihr Gewand abwerfen. Ja, man sagt, daß ihm alle Weiber verleidet sind. Aber die Kämpfer beachtet er. Darum forderte Graf Gerhard, daß seine Fechter vor dem Könige kämpfen sollten, dagegen forderten wieder die Fechter eine Begabung. Als ich so über ihnen lag, hörte ich sie weiterhin von den Waren sprechen, welche sie für ihren Herrn von einem Kaufmann geraubt hatten. Das verkündete ich dem Helden Immo, als er sich zu mir fand; wir berechneten die Zeit und suchten die Spur der beiden Räuber; nicht lange, so fanden wir den Heriman, den mancher von uns kannte, Immo verband die Wunden, wie er im Kloster gelernt hatte, wir luden den Heriman auf unsern Wagen, brachen auf, sobald der Morgen graute und schlugen uns südwärts in die Wälder. Mein Gespiele Immo aber harrte mit einigen der schnellsten Knaben als Späher im lichten Holz, wohin sich Graf Gerhard wenden werde. Ich blieb unterdes bei den Karren und dem Heriman.«