»Aber Herr Wohlfart,« rief Lenore die Hände zusammenschlagend.
»Viel mehr als an der Meinung der Uebrigen liegt mir an Ihrer guten Meinung,« sagte Anton erröthend, »und vor Ihnen will ich mich zuerst rechtfertigen.«
»Sie sollen sich aber nicht rechtfertigen, ich verstehe Sie nicht,« rief die junge Dame.
Anton aber erzählte ihr mit fliegenden Worten, was er heute von seinem Prinzipal gehört, und versicherte sie eifrig, daß er von dem Gerücht nichts gewußt habe. »Das glaube ich Ihnen gern,« sagte Lenore vertrauensvoll, »Papa hat auch gesagt, daß es wahrscheinlich ein müßiges Geschwätz sei.« — Sie hielt inne, denn sie dachte in dem Augenblick daran, daß ihr Vater zugesetzt hatte, dieser Herr Wohlfart möge ein recht guter Mann sein, aber er passe doch nicht in die Gesellschaft. »Und weil Sie erfahren haben, was man sich über Sie erzählt, wollen Sie ganz aus der Tanzstunde ausscheiden?«
»Ja, ich will,« sagte Anton, »denn wenn ich hier bliebe, würde ich mich der Gefahr aussetzen, für einen Eindringling oder gar für einen Betrüger gehalten zu werden.«
Lenore warf das Köpfchen zurück und sagte gekränkt und heftig: »So gehen Sie, mein Herr!«
Dies war das beste Mittel, das Gehen unsers Anton zu verhindern, er blieb stehen und sah seine Tänzerin flehend an.
»Warum gehen Sie nicht?« frug das Fräulein noch heftiger.
Anton wurde sehr bleich; er sah mit tiefem Schmerz in das Gesicht seiner zornigen Dame und sagte mit zitternder Stimme: »Sagen Sie mir wenigstens, daß Sie nicht schlecht von mir denken wollen.«
»Ich werde gar nicht an Sie denken,« rief Lenore mit schneidender Kälte und wandte sich ab.