»Höre,« sagte Fink, »ich habe die Notion, du nimmst das Geschwätz viel zu tragisch.«

»Laß mich,« fuhr Anton fort, »nur heut in meiner Weise handeln.«

»Was willst du denn thun?«

»Frage mich nicht, ich empfinde sehr deutlich, was ich thun muß. Laß uns gehen.«

»So thu', was du nicht lassen kannst,« sagte Fink gutmüthig, »aber vergiß nur Eines nicht, daß jede Art von Scene, die du vor den Leuten aufführst, sie nur amüsiren wird, um so mehr, je aufgeregter du dich zeigst.«

»Vertraue mir,« sagte Anton, »ich werde ruhig sein.«

Es war große Gesellschaft in den erleuchteten Zimmern, kleine Balltoilette, viel Lichterglanz, sämmtliche Familienmütter und mehrere Väter; einige eingeübte Tänze sollten zum Besten gegeben werden. Im Eintreten blickte Fink besorgt auf seinen Freund, Anton sah verstört aus, aber er schritt mit großer Energie vorwärts. Er machte sich von Fink los und trat sogleich zu Lenore, mit der er sich zum ersten Tanz bereits engagirt hatte. Das Fräulein sah heut so reizend aus, als möglich, sie hatte ihr erstes Ballkleid an, und die großen Augen strahlten vor Lust; sie kam ihrem Tänzer einige Schritte entgegen und sagte ihm mit freundlichem Vorwurf: »Sie kommen so spät, der Ball wird gleich anfangen, und ich hatte gehofft, mit Ihnen vorher noch eine Weile zu plaudern. Papa ist auch hier. Ich werde Sie ihm vorstellen. — Aber was haben Sie? — Sie sehen ja so feierlich aus!«

»Gnädiges Fräulein,« erwiederte Anton mit einer Verbeugung, »mir ist heut sehr traurig zu Muthe, ich kann nicht die Ehre haben, den nächsten Tanz mit Ihnen zu tanzen.«

»Und warum nicht?« frug die junge Dame erschrocken.

»Hören Sie mich an, Fräulein, ich werde nicht lange in dieser Gesellschaft bleiben und komme heut nur, mich bei Ihnen und der Dame vom Hause wegen meines Weggehens zu entschuldigen.«