»Er denkt auch daran,« sagte der Alte, Anton zunickend.

»Ist denn dein Wille, daß ich von dir soll?« frug Karl erschrocken.

»Allerdings, mein Kleiner,« sagte der Vater. »Widerrede nutzt nichts, die Sache ist abgemacht, natürlich vorausgesetzt, daß dich der Onkel haben will. Du sollst Oekonom werden, du sollst etwas Ordentliches lernen, du sollst deinen Vater verlassen.«

»Vater,« sagte Karl niedergeschlagen, »wenn ich von dir weg gehen soll, so ist mir's nicht recht.«

»Es soll dir aber recht sein, du ehrgeiziger Knirps,« rief der Alte.

»Dann komm mit auf's Land,« sagte der Sohn.

»Ich soll auf's Land kommen? ho ho.« Sturm lachte, daß die Stubenthür zitterte. »Mein Knirps will mich in die Tasche stecken und mit sich auf dem Lande herumtragen.« Er lachte so lange, bis er mit der Hand über die Augen fuhr. »Komm her, mein Karl,« sagte er endlich, zog den Sohn an sich und hielt den Kopf desselben lange zwischen seinen großen Händen. »Du bist mein guter Junge, und Trennung muß sein auf Erden, wenn nicht jetzt, dann in ein paar Jahren.«

So schied Karl aus der Handlung. Vergeblich versuchte er in den letzten Tagen seine Bewegung hinter leisem Pfeifen zu verstecken. Er streichelte zärtlich Freund Pluto und die Katze, welche er in das Haus gebracht hatte, er verrichtete seine kleinen Arbeiten mit maßlosem Eifer und hielt sich dabei so viel wie möglich in der Nähe seines Vaters; auch dieser sah den Tag hindurch immer wieder auf seinen Sohn und verließ manchmal seine Tonnen, um langsam auf ihn zuzugehen und ihm die Hand schweigend auf den Kopf zu legen.

»Es ist nicht schwer bei der Landwirtschaft?« sagte Vater Sturm vor der großen Waage zu Anton und blickte ihm fragend in's Gesicht.

»Leicht ist es nicht,« erwiederte Anton, »es ist vielleicht noch mehr dabei zu lernen, als bei unserm Geschäft.«