»Mein armer, armer Karl,« rief Anton, »mit deinem Dienst ist's vorbei.«

»Wissen Sie was,« sagte Karl, »das Unglück will ich ertragen, ein ordentlicher Krieg wird doch nicht; wenn's auf das Frühjahr zum Einsäen kommt, bin ich wieder im Stande. Ich könnte schon jetzt aufstehen, wenn nicht der Doctor so streng wäre. Hier ist es nicht schön,« setzte er entschuldigend hinzu, »es sind viele unserer Leute erkrankt, da muß man sich in der fremden Stadt behelfen.«

»Du sollst nicht in dieser Stube bleiben,« sagte Anton, »wenn ich's ändern kann. Es riecht hier so nach Krankheit, daß ein Gesunder schwach wird; ich werde bitten, daß dein Chef dir erlaubt, in meine Wohnung zu ziehen.«

»Lieber Herr Anton,« rief Karl erfreut. »Still,« sagte dieser, »noch weiß ich nicht, ob wir die Erlaubniß erhalten.«

»Noch eine Bitte habe ich an Sie,« sagte beim Abschiede der Kranke, »daß Sie die Geschichte dem Goliath so mittheilen, daß er nicht zu ängstlich wird. Wenn er's durch Zufall von Fremden erfährt, so stellt er sich wie ein Menschenfresser.«

Das versprach Anton und eilte darauf zu dem Escadronarzt und zu seinem Gönner, dem Rittmeister.

»Ich will mich dafür verwenden, daß er jetzt Urlaub erhält,« versprach dieser. »Da mir bei der Beschaffenheit seiner Wunde seine Verabschiedung zweifellos scheint, so kann er ja bei Ihnen abwarten, bis diese erfolgt.«

Drei Tage darauf trat Karl mit seiner verbundenen Hand in Antons Zimmer. »Da bin ich,« sagte er. »Adieu Dolman, adieu Selim, mein Brauner! Eine Woche müssen Sie noch mit mir Geduld haben, Herr Anton, dann hebe ich Ihnen wieder Tisch und Stuhl mit steifem Arm.«

»Hier ist eine Antwort deines Vaters,« sagte Anton, »sie ist an mich gerichtet.«

»An Sie?« frug Karl verwundert, »warum an Sie? warum hat er denn nicht an mich geschrieben?«