Der Lieutnant sah sehr niedergeschlagen vor sich hin, er faßte, ohne ein Wort zu sagen, seine Dienstmütze, und Beide eilten nach der Herberge, in welcher Tinkeles wohnte.

»Es wird am besten sein, daß Sie selbst nach ihm fragen,« sagte Anton auf dem Weg. Der Offizier ging in das Haus, er frug einen Hausknecht, den Wirth, alle Hausgenossen, welche ihm in den Weg kamen: Schmeie war seit gestern Mittag abgereist. Sie eilten von der Herberge zum Stadtcommando und erhielten nach vielen Fragen die Auskunft, daß dem Tinkeles sein Paß nach der türkischen Grenze visirt worden. So war der Zudringliche plötzlich verschwunden, und durch seine Abreise erhielt die Warnung für Beide noch größeres Gewicht. Je länger sie über seine Bekenntnisse sprachen, desto aufgeregter wurde der Lieutnant und um so weniger wußte er, was zu thun sei. Endlich brach er in großer Bewegung mit der Klage hervor: »Mein Vater ist vielleicht jetzt in Geldverlegenheit. Wie soll ich ihm meine Schuld gestehen? Es ist für mich ein verfluchter Fall. Wohlfart, Sie sind ein honetter Mann, denn Sie haben mir das Geld geliehen, obgleich Sie die Nachrichten dieses unsichtbaren Juden schon im Kopfe hatten. Sie müssen jetzt weiter anständig sein und mir die Summe auf längere Zeit leihen.«

»So lange, bis Sie selbst den Wunsch aussprechen, sie zurückzuzahlen.«

»Das ist gentil,« rief der Lieutnant, »und noch Eins, schreiben Sie selbst an meinen Vater. Sie wissen am besten, was der verrückte Mensch Ihnen gesagt hat, und mir ist es langweilig, so etwas meinem Papa mitzutheilen.«

»Aber Ihr Herr Vater wird die Einmischung eines Fremden mit Recht für zudringlich halten,« entgegnete Anton, befangen durch die Aussicht, mit dem Vater Lenorens in Correspondenz zu treten.

»Mein Vater kennt Sie ja,« sagte Eugen überredend; »ich erinnere mich, daß meine Schwester mir schon von Ihnen erzählt hat. Schreiben Sie nur, ich hätte Sie darum gebeten. Es ist wirklich besser, wenn Sie das übernehmen.« Anton willigte ein. Er setzte sich auf der Stelle hin und berichtete dem Baron die Warnungen des Händlers.

So kam er in der Fremde mit der Familie des Freiherrn in eine neue Verbindung, welche für ihn und die Rothsattel verhängnißvoll werden sollte.


IV.