»Gut,« sagte Anton, »das gefällt mir. Aber wissen Sie was: da auch ich den Collegen eine Aufmerksamkeit schuldig bin, so wollen wir beide zusammen das Fest in Ihrer Stube geben.«
»Das ist ausgezeichnet von Ihnen, Wohlfart,« rief Specht glücklich.
»Und wir wollen nicht warten,« fuhr Anton fort, »bis die Kürbisse groß geworden sind, sondern wollen uns unterdeß durch anderes Grün helfen.«
»Gut,« sagte Specht, »vielleicht durch Tannenbäume.«
»Ich werde dafür sorgen,« fuhr Anton fort, »und endlich wollen wir Pix nicht ausschließen, sondern gerade dazu laden. Das ist eine viel feinere Rache, die Ihres guten Herzens am würdigsten ist.«
»Meinen Sie?« frug Specht zweifelhaft.
»Gewiß,« sagte Anton. »Ich schlage nächsten Sonnabend vor, die Einladung machen wir gemeinschaftlich.«
»Schriftlich,« rief Specht vergnügt, »auf rosa Papier.«
»Das ist recht,« sagte Anton. Darauf beriethen die Beiden in der Laube die nähere Einrichtung des Festes.
Die Collegen waren nicht wenig verwundert, als sie einige Tage darauf durch bunte Billete, die Herr Specht geheimnißvoll vor Anfang der Comtoirstunden auf den Platz eines Jeden gelegt hatte, zur Kürbisblüthe in Herrn Specht's Stube eingeladen wurden. Da Antons geachteter Name mit unterzeichnet war, so blieb ihnen nichts übrig, als die Einladung anzunehmen. Unterdeß zog Anton das Fräulein in das Geheimniß und erbat von ihr aus dem Garten einige vorhandene Epheustöcke und was sonst von Blumen gerade entbehrlich war, Specht aber arbeitete die ganze Woche bei verschlossenen Thüren in seiner Stube und am Tage des Festes bezog er mit Hülfe des Bedienten den leeren Bindfaden mit grünen Ranken, stellte einige blühende Sträucher in Gruppen, ließ sich eine Anzahl bunter Glaslampen holen und befestigte an den Ranken trichterförmige Erfindungen aus gelbem und weißem Papier, welche mit Kürbisblüthen ganz besondere Aehnlichkeit hatten.