Plattfusswache, s. Wache.

Plattformdeck, s. Deck.

Platting, die, ist ein aus Kabel- oder Schiemannsgarn geflochtener Zopf, der nach der Zahl seiner Garne schmäler oder breiter ist und auch nach dieser Zahl genannt wird, Dreigarnplatting, Fünfgarnplatting etc. etc. Die Zahl der Garne ist stets ungrade. Wie sehr sie auch untereinander verschieden sind, so haben sie doch alle das gemein, daß sie, eben weil sie nicht gedreht, sondern geflochten sind, ein plattes Geflecht darstellen. Man stellt wohl auch sehr schöne runde und vierkante Plattings her; die werden eben mit demselben Rechte, wiewohl sie eigentlich keine Plattings sind, so genannt mit dem man eine Fensterscheibe, wiewohl sie jetzt keine Scheibe mehr sondern ein Viereck ist, doch noch Scheibe nennt, und mit dem sie niederdeutsch Raute heißt, obgleich sie die rautenförmige Gestalt längst verloren hat. — Die Platting dient zur Bekleidung der Taue an Stellen wo sie besonderen Schutzes bedürfen.

Pockholz, das, ein sehr hartes Holz aus dem man Blockscheiben, Kegelkugeln u. s. w. drechselt. Der Name hat eine eigentümliche Geschichte. Der Westindische Baum von dem das Holz kommt, eine Gattung der Zygophyllen, heißt guajacum officinale L. und wird Guajak-, Franzosen-, Pock- oder Heiligenholz genannt. Die Erklärung ist bereits bei Kilian zu finden. Er bemerkt zu pock-hout: „ebenus, hebenus, hebenum, guiacum: lignum expugnandae lui venereae accomodatissimum, lignum Indum, vulgo gaiatum‟ und spaensche pocken übersetzt er mit „morbus Gallicus, scabies Hispanica, Neapolitana, lues Venerea: siphylis: serpigo Indica.‟ Von den „spanischen Pocken‟ stammt der Name des Holzes, von der lues venerea, zu deren Heilung heute noch ein Decoct von diesem lignum vitae angewandt wird.

Polacker, der, ist ein Mittelmeerschiff, dessen eigentümliches Kennzeichen Pfahlmasten sind, d. h. Masten die aus einem Stück bestehen und keine Stenge haben. Wo diese Art Masten auch bei uns vorkommt, da nennt man die Takelage eines solchen Fahrzeuges Polackertakelage. Das Wort kommt vom lateinischen palus, der Pfahl; italienisch und spanisch polacra, französisch und englisch polacre; im Deutschen, Niederländischen, Dänischen und Schwedischen konnte sich das Wort um so eher einbürgern und die Form Polacker annehmen als hier das Wort Polack für Pole gangbar war.

Poller, der. Die Poller sind starke Balken, die allein oder zu zweien an Deck oder am Lande angebracht sind zum Belegen von Trossen beim Festmachen oder Verholen. Neuerdings sind teilweise eiserne Gestelle daraus geworden, die mit einem Balken wenig Ähnlichkeit mehr haben, aber doch auch noch den Namen Poller tragen, der Balken bedeutet. Polder hat schon Kilian richtig mit trabs übersetzt, und Polder muß das Wort eigentlich auch geschrieben werden, wiewohl es der Bequemlichkeit wegen meist Poller ausgesprochen wird, wie so viele ähnliche niederdeutsche Wörter. Es kommt mit dem französischen poutre, altfranzösisch pouldre = Balken, von dem mittellateinischen poledrus.

Poop, die, ausgesprochen Pup mit langem u, ist „the highest and aftermost part of a ship's deck, or a partial deck extending close aft, above the complete deck of a vessel‟. Wir hätten dieses Wort nicht nötig, denn man könnte stets mit unserem gut deutschen Kampanje auskommen, indessen da es nun einmal öfters gehört wird, so sei hier bemerkt, daß es die englische Form für das lateinische puppis, Hinterteil des Schiffes ist, im Gegensatz zu prora, dem Vorderteil; doch wurden poetisch beide Wörter auch zur Bezeichnung des ganzen Schiffes gebraucht, während das Sprichwort „mihi prora et puppis est‟ besagte: das ist mir die Hauptsache, mein Ein und mein Alles, mein Hauptplan etc. etc.

Popoffka, die, ist ein Küstenverteidigungspanzerschiff von kreisförmiger Gestalt. Seitdem die alte übliche Schiffsform verlassen ist, tauchen immer neue Gestaltungen auf. Nach einem Gedanken des englischen Ingenieurs Elders hat der russische Admiral Popoff Kreisfahrzeuge mit zwölf Kielen ausgedacht, die nach ihm Popoffkas heißen. Sie können nur geringe Fahrt machen und eignen sich schon deshalb nur zur Küstenverteidigung.

Ponton, das, ist eigentlich das, was man in Ostfriesland eine Pünte nennt, ein großer, flacher, länglich viereckiger Kahn, der meist als Fährboot über Flüsse verwendet wird. Es dient also anstatt einer Brücke, daher mag es kommen, daß sich die Behauptung, ponton stamme von pons = Brücke ab, so hartnäckig erhält. Allerdings kommt von pons die Bezeichnung für Deck in den romanischen Sprachen pont, aber ponton wird doch wohl vom lateinischen ponto kommen, und das soll ein gallisches Wort sein, den Römern als Bezeichnung eines gallischen Lastschiffes bekannt geworden, eines Transportschiffes, wie sie denn auch eine Schiffsbrücke, eine Fähre, nicht pons, sondern ponto nannten, Genitiv pontonis. Es ist also pont = Deck von unserem Ponton zu trennen. Dieses hat sich in neuerer Zeit ein einflußreiches Gebiet erobert. Nicht nur, daß die Armee aus Pontons Schiffbrücken schlägt, auch die Marine verwendet Pontons auf ihren Werften, wo sie als Verschluß der Docks und Kammerschleusen — zugleich allerdings auch der Brücken — dienen. Sie haben zur Zeit wenig mehr von gallischen Transportschiffen an sich, haben überhaupt oft kaum mehr Schiffsgestalt, aber das bringt der veränderte Zweck ihres Daseins mit sich.

Porteurleine, die, ist die Leine, die den Anker unter dem Krahnbalken festhält. Breusing nennt Pertürleine „das Tau, welches den Anker, ehe man ihn fallen läßt, unter dem Krahnbalken festhält oder trägt‟ und sagt, daß er „offenbar von dem französischen porteur abzuleiten ist.‟ Diese Ableitung liegt allerdings nahe genug. Man könnte ohne Weiteres an portere, portare denken, wenn nicht nur das Deutsche, Holländische, Dänische und Schwedische, sondern auch das Englische, Französische, Italienische, Spanische und Portugisische eine Porteurleine hätten. Aber die romanischen Sprachen, die es doch zuerst haben müßten, wenn es von portare käme, haben dieses Wort nicht. Und doch steckt portare sicher darin. Darum denke ich an einen Umweg, nämlich zunächst an das französische port-bossoir, an das unter dem Krahnbalken sitzende, demselben Halt und Stütze verleihende Knie. Mit diesem port hält die genannte Leine nächste Nachbarschaft, und nach solcher Nachbarschaft sind zahlreiche seemännische Ausdrücke gebildet, vergl. Klaue und Nock. So mag das Wort zunächst Porterleine geheißen haben, und Porteurleine würde dann wissenschaftliche Umbildung im Gedanken an Porteur sein, vorgenommen bei der Übernahme ins Hochdeutsche. Die Form Perturlin ist niederdeutsch. — Es kommt allerdings auch die Form Penturleine vor, so daß — vergl. Penterhaken — „Porteur‟ vielleicht nur eine etymologische Veränderung von „Penter‟ ist. Es wäre freilich auch denkbar, daß das „Penter‟ in Penterhaken von dem „Porteur‟ in Porteurleine käme.