Jnhölzer, die. Der gemeinschaftliche Name für alle einzelnen Stücke, aus denen ein Spant besteht, nämlich die Bauchstücke und Piekstücke mit ihren Sitzern und Auflangern.
Joch, das. Wie alles im Schiffbau, so hat auch die Ruderpinne in unserer Zeit gewaltige Veränderungen erfahren, so daß von der ursprünglichen Pinne auf vielen Schiffen gar nichts mehr übrig geblieben ist. Man hat an ihre Stelle einen Kreissektor, einen ganzen Kreis, ein Parallelogramm gesetzt, und die einfachste Verbesserung ist noch die, daß man anstatt der Pinne zwei Jocharme auf die Ruderspindel gesetzt hat, an denen das Ruderreep befestigt ist. Dieses Joch bedeutet grosse Kraftersparnis und Sicherheit. Früher nannte man Ruderjoche zwei Taljen, die die Ruderpinne bei schwerem Wetter halten halfen.
Jolle, die, heißt jetzt ein kleines Schiffsbeiboot das gewöhnlich gerudert wird, aber auch segeln kann und besonders als Kochboot für Köche und Stewards dient, auch gebraucht wird um Beurlaubte in geringerer Zahl an Land zu bringen oder wieder abzuholen, überhaupt ein Arbeitsboot, kurz aber ziemlich breit. Zu dem angegebenen Zwecke dient die Jolle schon seit Jahrhunderten. „Aldus was gemelte H. K. szulffander mith eynere jollen ilendes in de hauene nha zodaneme schepken gefaren‟ (aus Wismar 1520). Ostfriesisch jul, jülle, niederländisch jol, wangerländisch jel, auf der Spree gelle, sonst niederdeutsch auch golle und jölle, (g und j läßt sich oft nicht auseinanderhalten); dänisch jolle, englisch yawl, schwedisch jelle, julle, französisch jelle, jol. Wegen der Formen mit g im Anlaut ist Herkunft vom griechischen gaulos nicht unwahrscheinlich. Und zwar würde sogar die Form heute noch stimmen, da gaulos ein ovales phönizisches Lastschiff war. Ob nun die Friesen und Sachsen, die frühe schon die französischen Küsten mit ihren Schiffen befuhren, das inzwischen durchs Lateinische und Provençalische ins Französische gedrungene Wort mit heimgeführt haben, ob vielleicht in uralten Tagen schon die Phönizier selbst es an den Küsten der Nordsee zurückgelassen haben, das wird sich schwer entscheiden lassen. Jedenfalls hat es schon früh einen Zeitpunkt gegeben, wo die Jolle im Gedankengang deutscher Seeleute eine bedeutende Rolle spielte, da sie den einfachsten Flaschenzug nach ihr Jolltau, Jollentau auch kurzweg Jolle nannten.
Jollentau, Jolltau, Jolle, die, ein Tau über eine Scheibe laufend. Schon mit einem solchen kann sich ein Mann selbst in die Höhe winden. Zunächst wird man nach dem (Schiffs)boot, das den Namen Jolle führt ein Haupttau desselben Jollen-oder Jolltau genannt haben, und erst hieraus ist der Kürze wegen Jolle entstanden, dessen Bedeutung zunächst allgemein Bootstau war, aber nach und nach auf ein besonderes Tau eingeschränkt wurde, wie Hochzeit ursprünglich jede Freudenzeit hieß und hernach auf eine große Freudenzeit des Lebens beschränkt wurde.
Junge, der. Ein Schiffsjunge ist heutzutage etwas anderes als vor hundert Jahren ein Junge auf dem Schiffe war. Von diesem schreibt Roeding, daß solcher ein Knabe von 7-9 Jahren sei, der dem Kapitän und den übrigen Schiffsoffizieren zur Aufwartung diene. „Auf Kauffahrern trifft man gewöhnlich nur einen Kajütsjungen oder Kajütswächter an, für den Kapitän. Auf großen Schiffen aber befindet sich außer dem Kajütswächter noch ein Hofmeister, auch halten sich mehrere Schiffsoffiziere einen eigenen Jungen, so giebt es z. B. Bootsmannsjungen, Kochs-Jungen etc. etc. Bey jeder Back ist ebenfalls ein Junge, welcher der Backsjunge genannt wird.‟ — Jetzt ist ein Schiffsjunge ein der Schule entwachsener junger Mensch, der zur See fährt, wohl auch einmal zu allerlei Dienstleistungen genötigt wird, aber dessen Hauptbeschäftigung doch die Erlernung der Seemannschaft und dessen Ziel die Heranbildung zum Matrosen, wo möglich zum Steuermann und Kapitän ist. — Die Schiffsjungen der Kaiserlichen Marine sind junge, konfirmierte Burschen, die im Schiffsjungen-Institut, 24. April 1850 gegründet, auf Staatskosten so im Seemännischen und Militärischen ausgebildet werden, daß sie einmal brauchbare Unteroffiziere, und, wenn sie sich dazu eignen, Deckoffiziere werden können.
Jungfer, die, ein Block ohne Scheibe, rund, breit, wie eine abgeplattete Kugel, mit drei Löchern in Gestalt eines Dreiecks; dient hauptsächlich dazu die Hofttaue der Wanten anzusetzen. Mit einigem guten Willen kann man in dem Block das rundliche Gesicht einer Jungfrau sich vorstellen. Andere Nationen haben ihrer Einbildungskraft eine andere Richtung gegeben; die Franzosen sagen, was vielleicht noch treffender ist, cap de mouton, Schafskopf, auch, weil der Block schwarz ist, cap de more, Mohrenkopf; die Holländer sagen neben juffer = Jungfer, dood-mans-oog, eines toten Mannes Auge; die romanischen Sprachen sagen bigota, wohl mit bigote = Knebelbart eins, haben also auch an das Gesicht eines Mannes, aber eines lebendigen, gedacht. Die entsprechenden drei Löcher einer Kokosnuß nennen die Engländer sehr bezeichnend monkey.
Jungmann, der, ist ein eigentümlicher Mensch, kein Junge mehr und noch kein Mann, noch kein seebefahrener Vollmatrose, aber auch kein Schiffsjunge mehr = ein Jungmatrose. Seit die Marine die Ausbildung im Schiffsjungeninstitut abgekürzt hat, gibt es auch hier Jungmatrosen, die aber den Namen Leichtmatrosen führen, weil sie noch nicht ganz für voll, eigentlich schwer genug befunden werden.
Jütte, taube s. Davit.
K.
Kabbelung, die, gewöhnlich in der Verbindung Stromkabbelung, das Zusammentreffen zweier Strömungen, der Streifen auf dem die Grenzen der zwei Strömungen an einanderschlagen und ein hörbares Geräusch verursachen. Kabbeln ist ein lautmalendes Wort, das schlagen, anschlagen, plätschern, klatschen bedeutet; „wenn die Wellen von zwei Seiten gegen einander schlagen und klatschen‟; dann auch im übertragenen Sinne, aber nicht in dem von klatschen = schwätzen, nachsagen, sondern in dem von laut zanken, streiten, keifen; „sich kabbeln‟ = sich streiten. Indessen wird kabbeln nicht nur von dem Sichbegegnen zweier Strömungen, sondern auch überhaupt von dem Anschlagen des Wassers an irgend einen harten Gegenstand gebraucht.