Kuff, die, ein Seeschiff von festem, aber plumpem, breitem, rundem Bau, mit zwei Masten. Ostfriesisch, wangeroogisch, niederländisch kuf, so daß der Hinweis auf Kufe von selbst gegeben ist, mit der sich eine Kuff wegen der runden Bauart auch sehr wohl vergleichen läßt. Die Abstammung eines so alten, in die frühesten Kulturzeiten zurückweisenden und auf Flechtwerk als erste Entstehungsart hindeutenden Wortes (vergl. Korvette) vom lateinischen cupa = Faß will Hildebrand (Grimm V 2531) nicht glaubwürdig erscheinen; er nimmt zwar bei einer in Raum und Zeit so weit verzweigten Entwicklung ein Verflechten mit romanischen Anklängen an, aber in der Form von Wechselwirkung; nur beim Weinbau am Rhein, der ja von den Römern eingeführt wurde, nimmt er eine unmittelbare lateinische Beeinflussung von Kufe durch cuba an. — Der Begriff des Runden und Plumpen ist in dem modernen Bewußtsein so sehr mit Kuff verbunden, daß man jedes auch ganz anders getakelte Schiff, ja jeden plumpen Dampfer verächtlicherweise eine Kuff nennt. — Öfters hat die Kuff zur Erhöhung der Stabilität ein Schwert. Trotzdem nimmt sie viel Wasser über, vergl. Lüpkes, Seemannssprüche 12:

Kuffen un Smakken

Sünd Waterbakken;

Hoekers un Buisen

Sünd Seemannshuisen.

Kuntje, das. „Wenn unsere Seeleute von Spanien Wein holten, so sahen sie, daß man die Fässer mit Keilen feststaute. Da nun im Spanischen ein Keil cuno heißt, so werden bis auf den heutigen Tag diese Staukeile von unseren Seeleuten Kuntjes genannt.‟ So hat das Wort Breusing im Jahrbuch des Vereins für niederdeutsche Sprachforschung richtig erklärt, nur daß der Keil im Spanischen cuna, nicht cuno (Münzstempel) heißt.

Kuhbrücke, die, s. Kuhl.

Kuhl, die. Das niederdeutsche Wort kuhl bedeutet Vertiefung, Einsenkung, Höhlung, Loch, Grube, Grab. Die Kuhl an Bord war früher größer, weiter ausgedehnt, denn sie umfaßte den ganzen vertieften Raum zwischen Back und Schanze (jetzt Kampanje), der nun in zwei Teile zerfällt, in den Teil hinter dem Großmast: das Achterdeck, und den vor dem Großmast, die Kuhl. Während der erstere Teil an Würde und Ansehen sehr gestiegen ist, ist der zweite eben so sehr gesunken, indem hier nun der Hauptraum von der Barring, die auch Kuhbrücke (eigentlich Kuhlbrücke) heißt, überdeckt wird. Es werden nämlich die Borgstengen und Borgrahen, überhaupt die Reserve-Rundhölzer hier so angebracht und gelagert, daß sie eine Art Deck, ein Dach, eine Brücke bilden, eben die Kuhbrücke. Auf dieser werden dann die schweren Schiffsbeiboote, Barkassen und Pinassen, aufbewahrt. Der Raum unter der Kuh(l)brücke heißt besonders die Kuhl, der Raum „vor dem Mast‟; da ist die Mannschaft unter sich und kann sichs gemütlich machen, doch herrschen auch hier, wie bei jedem Zusammenleben von Menschen, ungeschriebene, stillschweigend anerkannte Gesetze der Raumverteilung.

Kuhfuss, der, mittelniederdeutsch kovot = Brechstange. Also nicht zu verwechseln mit dem scherzhaften Namen für das Gewehr. Die Brechstange ist von Eisen und dient auch als Hebel zur Handhabung schwerer Lasten. Das eine Ende ist platt und hat eine Klaue wie eine Kuh, so daß man Nägel damit ausziehen kann wie mit einem „Kistenöffner.‟

Kühlte, die. In der Regel wird der Wind als kühlend angesehen, namentlich in unseren Breiten. Je mehr er also kühlt, desto stärker wird sein Wehen sein. Daher wird durch das Substantivum Kühlte der Grad der Windstärke ungefähr angegeben. Roeding: „Wenn bey stillem Wetter oder flacher See etwas Wind entsteht, der eine leichte Bewegung des Meers verursacht, so nennt man solches eine kleine Kühlte oder schlaffe Kühlte. — Wird der Wind etwas stärker, so ist es eine labbere Kühlte, bey welcher ein Schiff ungefähr 3-4 Meilen in einer Wache zurücklegt ... Unter Bramsegelskühlte versteht man eine labbere Kühlte, bey welcher man Bramsegel führen kann, und unter Marssegel-Kühlte eine frische Kühlte, bey welcher man die Marssegel nicht reeft.‟ Bei steifer Kühlte fährt man mit gereeften Marssegeln, vergl. Windstärke.