Bakunins Gesicht verriet, daß er an die Verstärkungen nicht recht glaubte.
»Tzschirner soll sogleich Boten über das ganze Land gehen lassen,« befahl er, »mit der strengen Aufforderung an die Ortsbehörden, alle Kampffähigen bewaffnet und auf schnellen Wagen nach der Hauptstadt zu senden.«
Kommandant Heinze verbeugte sich und trat ab.
Neue Boten kamen und gingen. Unermüdlich empfing Bakunin ihre Meldungen, erteilte Befehle und gab Anordnungen. Ratsmitglieder gingen ab und zu, ebenso Schreiber, die seinen Namen unter Aufrufe setzen ließen und Briefe brachten, worin über die Stimmung auf dem Lande berichtet wurde.
Dazwischen beriet Bakunin mit Führern des Aufstands die Lage. Mit scharfem Verstand erfaßte er sofort das ihm Vorgetragene, stellte Kreuz- und Querfragen, hieß den Sprechenden schweigen und schickte ihn fort, wenn es ihm beliebte. Keiner war so kaltblütig und für ein so rücksichtsloses Vorgehen wie er. Bewunderung und Scheu lagen auf den Mienen der mit ihm Sprechenden. Viele zitterten vor ihm.
Jetzt stand der Ratswachtmeister Meyer vor dem Gewaltigen.
»Sie haben sich geweigert,« sagte dieser mit einem lauernden Blick, »die Pulverfässer in den Flur des Rathauses bringen zu lassen!«
Der Wachtmeister ließ sich nicht einschüchtern.
»Die Leute gehen mit dem Pulver leichtsinnig um,« versetzte er, »das Rathaus ist in Gefahr. Der Stadtrat hat angeordnet …«
»Angeordnet!« brauste Bakunin auf. »Der Stadtrat ist jetzt eine Null!«