Nachdem Kurt die Wache in die Kaserne zurückgeführt hatte, legte er sich zu Bett und schlief ein paar Stunden. Als ihn sein Bursche weckte, war es hohe Zeit, daß er sich in das Kasino begab.

Beim Essen wurde eine lebhafte Unterhaltung geführt. Kurt erfuhr, daß sich die Lage erheblich verschärft hatte und daß der Ausbruch der Empörung stündlich erwartet wurde. Aus allen Teilen des Landes waren schlimme Botschaften eingetroffen. In Leipzig, Chemnitz und Bautzen hätten die Unruhen einen so bedrohlichen Charakter angenommen, daß man von offenem Aufruhr reden könne. Im Vogtlande gähre es gewaltig. Die Führer der Demokraten zögen von einem Ort zum andern, wiegelten die Landbevölkerung auf und machten Anstrengungen, die noch Lauen unter der Bürgerschaft in die Bewegung hineinzuziehen. Der Zustand sei sehr ernst, die Stimmung der Regierung wenig zuversichtlich. Wie solle man einen bewaffneten Aufstand niederwerfen? Jetzt, wo mehr als die Hälfte der Truppen in Schleswig sei!

Nachdem die Tafel aufgehoben war, zog Oberleutnant Wetzig, sein Kompagnieführer, Kurt in eine Fensternische.

»Nun, wie war die Wache?« fragte er.

Kurt erzählte seine geringen Erlebnisse.

»Es wird Ernst, Allmer,« sagte der Oberleutnant.

Noch bestürzt von dem eben Gehörten erwiderte Kurt:

»Die Abdankung der drei Minister betrachten die Demokraten sicher als ihren ersten Sieg. Wird dieser Rücktritt nicht überall den Anschein erwecken, als ob ihre Sache gerecht sei?«

Oberleutnant Wetzig war ein ernster und kluger Offizier, der seinen jüngeren Kameraden kannte und schätzte.