»Ursula! – Ursula! –« rief er verzweifelt.
»Nein, Herr Allmer!« schrie das Mädchen, während Blitze aus ihren Augen brachen, »Ihr Flehen ist umsonst!« – Sie schlug wiederholt mit der Hand heftig auf ihre Brust. »Alles ist hier tot, – alles! Verlassen Sie mich! In diesem Hause ist kein längeres Bleiben für Sie!«
»Herr Kriegsrat,« stammelte der Erschütterte und wollte zu dem alten Herrn hineilen, aber seine Füße hingen wie gebannt an der Stelle, »Sie waren immer so gütig zu mir wie ein Vater …«
Herr von Abendroth lag regungslos im Stuhl und hielt die Augen mit der Hand bedeckt und vermochte nicht zu antworten.
»Was zögern Sie noch!« rief Ursula befehlend, – »gehen Sie!« und wies nach der Tür.
Noch eine kurze Weile verharrte Kurt wie betäubt in seiner zusammengesunkenen Haltung, als wenn er die Kraft, diesen Ort zu verlassen, erst sammeln müsse. Müde wandte er sich dann um, tat ein paar Schritte und – blieb stehen.
»Ich komme wieder,« murmelte er schwer atmend.
»Nein, versuchen Sie es nicht!« klang Ursulas Stimme jetzt ruhiger, aber unerbittlich. »Sie würden nur von neuem von der Schwelle dieses Hauses gewiesen werden.«
Ein paar Sekunden vergingen noch. Dann verließ Kurt Allmer wortlos und unsicheren Schritts das Abendrothsche Haus.