Da bemächtigte sich auch des Jünglings tiefe Verwirrung. Er preßte ihren Arm sanft an sich, und es klang wie eine Bitte, als er den Mund zu ihrem Ohre neigte und so leise flüsterte, als ob selbst die Vögel des Waldes es nicht hören sollten:

»Sonnhild!«

Das Mädchen schwieg. Und da auch Bernhard die Unterhaltung nicht wieder aufnahm, legten sie das letzte Stück Wegs stumm zurück. Die Verwirrung, die sie nicht verlassen wollte, spiegelte sich in den Gesichtszügen der beiden jungen Menschen ab.

Bevor sie aus dem Wald auf die Straße traten, zog Sonnhild ihren Arm sanft aus dem des Jünglings, strich mit den Händen ein paarmal über die schweren, glänzenden Zöpfe und setzte den Hut wieder auf.

»So,« sprach sie und blieb stehen, »nun müssen wir Abschied nehmen! Habt vielen Dank, Junker, für Eure freundliche Begleitung und für die kurzweilige Unterhaltung, die Ihr mir geboten.«

Bernhard von Miltitz wehrte ab.

»Sprecht nicht also, Jungfrau! Ihr gabt mir ebensoviel, wie Ihr meint, empfangen zu haben. Nehmt auch Ihr vielen Dank!«

Hierauf legte Sonnhild ihre weiße Hand für einen Augenblick in die seine und wandte sich zum Gehen.

»Wollen wir uns nicht wiedersehen, Jungfrau?« kam es bestürzt von Bernhards Lippen.