Der Burgemeister wurde ungeduldig.
»Was will der!« schnitt er dem Vorlesenden das Wort ab.
»Der Stuhlschreiber Schabenkese tut dar, daß sein Jahreslohn sich immer mehr verringert habe. So er mit seinem Eheweib und seinen acht Würmlein aber nicht bittere Not leiden soll, bittet er den hohen Rat …«
»In Meißen soll keiner hungern,« warf hier Peter Sorgenfrei, der reiche Fleischhauer, ein.
»So ist es, Sorgenfrei hat recht,« rief es mit mehreren Stimmen.
Der Burgemeister schickte sich zum Sprechen an, – da schwiegen alle.
»Stadtschreiber, weist die Kasse an, daß dem Schabenkese sein Jahreslohn um ein Viertel des Betrages erhöhet werde. Auch sollen ihm aus Mitteln der Stadt allmonatlich zwei Quart Mehl bewilliget werden. – Habt Ihr's?«
»Sehr wohl, Herr Burgemeister!«
Die Ratsversammlung stimmte bereitwillig zu.
Valentin Schein, der Stadtschreiber, klappte die große Mappe zu. Auch er war zu Ende.