Sonnhild atmete erleichtert auf.
»Hast du die drohenden Augen gesehen?« fragte sie, sich das Haar aus der Stirne streichend.
»Du bist erregt, liebste Sonnhild,« antwortete Bernhard beklommen. »Das Mädchen starrt immer so.«
Und wieder fiel ihm die Ähnlichkeit dieser Augen mit denen Sonnhilds auf.
»Geh mit Gott, mein Geliebter,« sagte Sonnhild und schmiegte sich an Bernhards Brust. »Was nun auch kommen mag, – unsere Liebe soll sich als stark und wahr erweisen.«
»Du inniggeliebtes Mädchen! Nicht Raum noch Zeit können unsere Liebe vermindern. Und so stark die Stürme auch brausen mögen, wir werden allem trotzen!«
Sonnhild zog einen schmalen Reif ab und steckte ihn an seinen Finger. Hierauf legte sie noch einmal ihre Hand in die seine. Ein letzter, langer Blick – dann stand Bernhard allein. Wohl fühlte er, wie ihn der Abschied tief betrübte. Aber die Traurigkeit, mit der er gekommen, war verschwunden, und die Hoffnung auf einen glücklichen Ausgang aus diesem Wirrsal erfüllte ihn.