»So sieht es wohl nur bei reichen Bürgern aus,« war seine Antwort gewesen.
»Ja, bist du denn kein Bürgerkind?« war es der Erstaunten entfahren.
Da hatte er gefühlt, wie zum erstenmal ein flüchtiges Lächeln auf sein ernstes Gesicht getreten war, als er kurz erwiderte:
»Nein, das bin ich nicht.«
Dann war ihm im nächsten Stockwerk auf dem Treppenabsatz eine Handspritze gezeigt worden, neben einem großen Wasserfaß, und eine Anzahl Feuereimer, die an der niedrigen Decke hingen, ferner eine alte Rüstung, gekrönt mit einem zerhauenen Streithelm. Auch eine mächtige Lade stand dort, über der ein Pirschrohr hing samt der Pulverflasche.
In einer der Schlafstuben war ihm ein übergroß, gelb Himmelbette aufgefallen, zu dem eine Trittleiter hinaufführte, und in der Küche glänzten an der Wand kupferne Kessel und Schüsseln, Bratspieße, Pfannen und Wärmflaschen.
Hier hatte eine alte Frau auf den Knien gelegen und den Fußboden gescheuert. Sie war dürr wie ein Zaunstecken, und in dem strengen Gesicht saß eine spitzige Nase.
»Was für ein fremdes Gesicht ist das?« hatte sie mürrisch gefragt.
Noch bevor er hatte antworten können, war das Mädchen der Frau auf den Rücken gesprungen und hatte ihr die Arme um den Hals geschlungen. Da war die Alte böse geworden und hatte versucht, das Kind abzuschütteln. Aber in der keifenden Stimme war soviel Zärtlichkeit gewesen, daß niemand die Entrüstung hätte ernst nehmen können. Bis endlich der Schelm von der Alten gelassen und ihn wieder aus der Küche gezogen hatte.
»Das ist unsere Hanne,« hatte sie erklärt.