Es trat eine Pause ein. Dann fing Starkblom wieder an:
»Nun also – wenn Sie das Ding gelesen haben und verstanden, dann kennen Sie mich ja ein wenig. Ich habe keine Lust, mich zu unterhalten. Ich kann’s auch nicht. Mir preßt’s die Kehle zusammen –«
Marguérite lächelte gutmütig.
»Zum Teufel noch einmal, kommt Ihnen schon wieder der verfluchte Kragen in den Sinn? Weiber, Weiber!«
»Kennen Sie denn die Weiber?«
Starkblom schaute sie groß an.
»Wirklich, nicht sonderlich. Ich hab’ zwar früher einmal eine Frau gehabt, wissen Sie, damals, als ich noch – aber was, das interessiert Sie ja doch nicht. Was wollen Sie denn?«
»Es interessiert mich, Starkblom. Damals als Sie noch – glücklich waren?«
»Ach was, glücklich! Ein Philister war ich! Sie war ein Weib wie andere mehr. Ein Glück für sie, daß sie tot ist. Sie würde mich nicht verstehen, wie ich heute bin. Versteht mich überhaupt niemand. Verfluchte Welt.«
»Ich glaube, ich verstehe Sie, und darum komme ich. Wollen Sie mich anhören? Ich habe Ihre beiden Schriften gelesen, beide; ich habe tief hineingeblickt in den Abgrund Ihrer Gedanken und Ihrer Verdüsterung, Sie suchen einen Menschen, und ich kam zu Ihnen. Sie suchen einen Menschen, der mit Ihnen –«