In so seliger alles vergessender Stimmung verbrachten sie diesen Tag und auch die folgenden. Was hätte ihr Glück stören können? Manchmal freilich überlief es Starkblom, und die Vergangenheit wollte ihn wieder packen mit ihren mörderischen Tatzen, und dann sagte er wohl:
»Mein Glück ist zu groß. Ich werde bald sterben.«
Aber Marguérite und er selbst brauchten sich nicht allzusehr anzustrengen, um dies Gespenst wieder zu verscheuchen.
Eines Mittags saßen sie heiter auf dem Balkon und plauderten und sahen ins grüne Thal hinab. Da brachte die Haushälterin mit hochgezogenen Brauen und grenzenlos erstauntem Gesicht ein Telegramm und überreichte es zweifelnd Starkblom.
Der nahm es rasch und las die Adresse und auch er machte ein sehr verwundertes, fragendes Gesicht. Doch winkte er der Frau, sie solle gehn.
»Ist das für dich, Marguérite?« fragte er dann und reichte ihr die Depesche hinüber.
Sie las die Adresse und errötete über und über. Da stand: »Frau Marguérite Starkblom. Villa Weißes Haus.«
»Ja«, flüsterte sie dann und ließ das Papier unentschlossen in ihrem Schooß liegen.
»Das ist seltsam«, meinte Starkblom, sie starr ansehend. »Verstehst du es? Kannst du mich nicht aufklären? Wer weiß davon etwas? Und wer kann sich unterstehen –?«
»Es ist anders, lieber Karl. Hab nur Geduld. Laß mich erst lesen. Dann vielleicht –.«