Wär’ es so lieb, nicht da sein, als zu leben

In Furcht vor einem Wesen wie ich selbst.

Der so spricht, ist ein Mann, der sich schon mannigfach um den Staat verdient gemacht hat, ein bewährter Feldherr; der Zorn, der bei ihm nah bei der Eifersucht wohnt, daß ihn einer überflügeln soll, ist auch dabei; der Grundzug seines Wesens aber, nach dem er auch die andern Menschen und die Erfordernisse des Gemeinwesens beurteilt, ist wilde, entschlossene, den Himmel herausfordernde, tapfere Furchtlosigkeit.

Darum sehen wir ihn am größten, am herrlichsten in der Entsetzensnacht; da wird er elementar wie der Wettersturm.

In dieser Nacht wandelt Brutus schlaflos, sinnend auf und ab; auf den äußeren Sturm achtet er kaum und wendet sich, um den Sturm in seiner Brust zu bezwingen, den Büchern zu; Cäsar liegt zu Bett, möchte schlafen, wird aber durch die Traumreden und Schreie seiner Frau gestört; Casca, ein Mann, in dem die arretierte Stimmung des Gedrückten nach der Rebellion lechzt, die ihm das Feuer seiner Jugend wiedergeben soll, ein Mann von Chamforts Art, ist entsetzt „in Furcht und Zittern“; Cassius aber fühlt sich auflodernd in seinem Element:

Ich für mein Teil bin durch die Stadt gelaufen,

Mich unterwerfend dieser grausen Nacht,

Und so entgürtet, Casca, wie Ihr seht,

Hab ich die Brust dem Donnerkeil entblößt;

Und wenn des Blitzes schlängelnd Blau zu öffnen