einen starken Dieb schilt er es, der davonläuft, wenn sein Herr schwach auf den Beinen wird und nicht mehr aufrecht bleiben kann.
Und nun — was alles mehr in der Art der allegorischen Gedichte ist, deren Meister Spenser war und denen Leidenschaft und Wucht des Ausdrucks und Bildes keineswegs fehlte, als in der Art der Wirklichkeits- und Herzenstragödie Shakespeares — nun wandelt sich mittels des Schatzfundes Timons Klage und Schimpf in aktive Verfolgung. Er behält in seinem Haß so viel von dem Schatz, der für die Fristung seines Lebens, wie er sich’s jetzt eingerichtet hat, ganz wertlos geworden ist, daß er damit die Menschen, zumal die Athener, verderben kann. Dem Alkibiades gibt er Geld, damit er Krieg führe gegen diese Athener, die ihm das Urbild lasterhaft zivilisierter Menschheit sind. Das ist ein Anlaß nicht zu einem Fortgang der Handlung, sondern zu einer neuen Variation der Rede. Ein fürchterlicher Ausbruch des Menschenhasses knüpft sich daran; grauenhaft wird das Bild des Vernichtungskriegs entworfen, und bei all diesen Schreckensbildern findet Timon in wütigem Grimm, daß die Menschen alle, bis auf den Säugling herunter, mit Recht auszutilgen sind:
Sei wie Planetenpest, wenn Zeus sein Gift
In kranker Luft auf städtischen Lasterpfuhl
Herab läßt tauen; keinen schon’ dein Schwert!...
Fluch allen Wesen!
Säe Vernichtung; hast du ausgetobt,
So treffe dich Vernichtung!
Den Dirnen gibt er Gold, um sie recht verführerisch geschmückt auf die Männer loszulassen.
Auszehrung säet