Ins hohle Mannsgebein!

Und wie malt er sich’s nun aus! Und wie hätte ein andrer Shakespeare dieses hämisch, schmatzend vorwegnehmende Genießen der Rache zu Timons Charakteristik, zur Fortführung der Seelenentwicklung und äußern Handlung benutzt; hier aber bleibt alles grandiose Strafrede, ein dramatisch eingekleidetes Gedicht, das aus dem Abgrund einer leidenschaftlichen Weltempfindung herausschlagende Wetter gegen Gott und die Welt losplatzen läßt. Der Anwalt soll durch den Umgang mit diesen Weibern die Stimme verlieren; dem Priester, der lügnerisch gegen die Schwäche des Fleisches zetert und doch zu diesen Weibern geht, soll der Aussatz die Nase aus dem Gesicht fressen; der Kriegsbramarbas, der keine Wunden hat, soll durch sie kennen lernen, was Schmerzen sind.

Verpestet alles, daß

Die Quelle aller Zeugung durch euer Wirken

Ausdörre und ersticke.

Das Furchtbare an dieser Haß- und Fluchgewalt der Rede ist denn doch ihre Wahrheit, die in der Beziehung zur Wirklichkeit liegt: die ausschweifendste, gierigst suchende Phantasie des Würgengelvernichtungswillens kann keine Plagen ausmalen und wünschen, die mehr wären als Vervollständigung und eine Art systematische Ordnung der Schrecknisse, die in Natur und Menschenwelt da sind.

Die Allegorie nimmt wieder eine neue Wendung. Nun, wo es sich herumgesprochen hat, daß zu Timon wieder Geld gerollt ist, bekommt er einen Besuch nach dem andern. Und so suchen ihn auch die Diebe auf. Die aber behandelt er mit Auszeichnung und erklärt sie im Gegensatz zu den andern, den sonst geachteten Klassen der Gesellschaft, für ehrliche Diebe; sie treiben ja das Stehlen als ihr erklärtes Handwerk:

Ich weiß euch Dank,

Daß ihr als Diebe euch bekennt, euer Treiben