Nicht das leiseste Geräusch im Stiegenhaus.

Endlich: knisterndes, kaum hörbares Rascheln, als taste draußen eine Hand nach der Klinke.

Gleich darauf öffnete sich die Stubentür und der Neger Usibepu, barfuß und das schüsselförmig in die Höhe gebürstete Haar feucht von der Nässe des Nebels, kam schweigend herein.

Unwillkürlich suchte Hauberrisser nach einer Waffe, aber der Zulu nahm nicht die geringste Notiz von ihm — schien ihn nicht einmal zu sehen — ging mit leisen zögernden Schritten, den Blick starr auf den Boden geheftet, die Nüstern weit offen und in steter zitternder Bewegung, wie ein schnuppernder Hund um den Tisch herum. —

„Was wollen Sie hier?“ schrie ihn Hauberrisser an — er gab keine Antwort — wandte kaum den Kopf.

Seine tiefen röchelnden Atemzüge verrieten, daß er wie ein Nachtwandler vollkommen bewußtlos war.

Plötzlich schien er gefunden zu haben, was er suchte, denn er änderte seine Richtung, — ging, das Gesicht tief herabgeneigt, auf die verfaulte Stelle zu und blieb vor ihr stehen.

Dann wanderte sein Blick wie an einer unsichtbaren Linie langsam nach oben und blieb in der Luft hängen. — Die Geste war so lebendig und überzeugend gewesen, daß auch Hauberrisser einen Moment lang glaubte, das enthauptete Kreuz wieder aus dem Boden wachsen zu sehen.

Er konnte nicht länger daran zweifeln, daß es die Schlange war, die der Neger wahrnahm, denn seine Augen blieben emporgerichtet, fest auf einen Punkt gebannt, und die wulstigen Lippen bewegten sich murmelnd, als rede er mit ihr. Der Ausdruck seiner Miene wechselte ununterbrochen von brennender Begierde zu leichenhafter Erschöpfung, von wilder Freude zu lodernder Eifersucht und unbezähmbarer Wut.

Das unhörbare Gespräch schien zu Ende zu sein: er wandte den Kopf der Tür zu und kauerte sich auf den Boden nieder. —