Hauberrisser sah, daß er, wie von einem Krampf ergriffen, den Mund aufriß, die Zunge weit hervorstieß, sie mit einem Ruck wieder zurückzog und mit einem gurgelnden Laut — nach dem Würgen der Kehlmuskeln zu schließen, verschluckte. —

Seine Augäpfel drehten sich zitternd allmählich aufwärts unter die offenen Lider und aschgraue Totenfarbe überzog sein Gesicht.

Hauberrisser wollte auf ihn zueilen und ihn wachrütteln, aber eine bleierne, unerklärliche Müdigkeit hielt ihn gelähmt im Sessel fest; er konnte kaum den Arm heben. — Die Starrsucht des Negers hatte ihn angesteckt.

Wie ein quälendes Traumbild, das aus der Zeit herausgefallen ist und unverrückbar bestehen bleibt, lag das Zimmer mit der regungslosen dunkeln Gestalt darin vor seinem Blick; das eintönige Pendel seines Herzens war das einzige, das er noch als Leben empfand — selbst die Angst um Eva war verschwunden.

Wiederholt hörte er die Uhren von den Türmen dröhnen, aber er war nicht imstande, die einzelnen Schläge zu zählen: — der betäubende Halbschlaf schob jedesmal die Dauer einer Ewigkeit zwischen sie.

Stunden mochten vergangen sein, da begann sich der Zulu endlich zu regen.

Hauberrisser sah wie durch einen Schleier hindurch, daß er aufstand und, noch immer in tiefer Trance, das Zimmer verließ; — mit Aufgebot aller seiner Kräfte sprengte er den lethargischen Zustand und lief ihm nach die Treppe hinunter. Aber der Neger war bereits verschwunden — das Haustor stand weit offen — der dichte, undurchdringliche Nebel hatte jede Spur von ihm eingeschluckt. —

Schon wollte er wieder umkehren, da hörte er plötzlich einen leichten Schritt und im nächsten Augenblick — — trat Eva aus dem weißlichen Dunst auf ihn zu.

Mit einem Aufschrei des Entzückens schloß er sie in die Arme, aber sie schien völlig erschöpft zu sein und kam erst wieder zu sich, nachdem er sie ins Haus getragen und behutsam in einen Sessel gebettet hatte. — — — —

Dann hielten sie sich lange, lange mit klopfenden Herzen umschlungen, — unfähig, das Übermaß ihres Glückes zu fassen.