Er konnte es nicht begreifen.

Noch jedes Weib, nach dem er begehrt, — Kaffernmädchen und Weiße — waren stolz gewesen, ihm gehören zu dürfen.

Sogar Antje, die Kellnerin in der Hafenschenke; und die war doch auch eine Weiße und hatte gelbes Haar!

Bei keiner hatte er den Vidûzauber anwenden müssen: — alle waren sie von selbst gekommen und ihm um den Hals gefallen! — Nur sie nicht! Nur sie nicht!

Und wie gerne würde er um ihren Besitz das ganze viele Geld gegeben haben, dessentwegen er den alten Mann mit der Papierkrone erwürgt hatte!

Nacht für Nacht seit seiner Flucht vor den Matrosen war er vergebens durch die Straßen gewandert, um sie zu finden: keine von den zahllosen Frauen, die in der Dunkelheit nach Männern suchen gingen, hatte ihm sagen können, wo sie sei.

Er fuhr sich mit der Hand über die Augen.

Wie ein wirrer Traum rauschten Erinnerungen an ihm vorbei: die glutheißen Steppen seiner Heimat — der englische Händler, der ihn nach Kapstadt gelockt und versprochen hatte, ihn zum König von Zululand zu machen — das schwimmende Haus, das ihn nach Amsterdam gebracht — die Zirkustruppe verächtlicher, nubischer Sklaven, mit denen er jeden Abend Kriegstänze aufführen mußte für Geld, das man ihm immer wieder wegnahm, — die steinerne Stadt, in der sein Herz vor Heimweh verdorrte; — niemand, der seine Sprache verstand.

Er strich zärtlich mit der Hand über den Arm der Toten, und der Ausdruck grenzenloser Verlassenheit trat in sein Gesicht: sie wußte nicht, daß er ihretwegen seinen Gott verloren hatte! Damit sie zu ihm käme, hatte er den furchtbaren Souquiant, die Abgottschlange mit dem Menschengesicht, gerufen, und dadurch die Macht, über die glühenden Steine zu schreiten, auf’s Spiel gesetzt und — eingebüßt.

Aus dem Zirkus davongejagt und ohne Geld hätte er zurück nach Afrika geschickt werden sollen — als Bettler statt als König: — er war vom Schiff ins Wasser gesprungen und ans Land geschwommen — hatte sich tagsüber in Obstkähnen verborgen gehalten und nachts den Zee Dyk durchstreift, um sie zu suchen, die er sehnsüchtiger liebte als seine Steppe, seine schwarzen Frauen, als die Sonne am Himmel, — als alles.