Eine Sekunde später hatte er sich die Kleider vom Leib gerissen und vollführte splitternackt, muskelstrotzend wie ein schwarzer Panther, Schaum vor dem Mund und den Kopf in wahnwitziger Geschwindigkeit vor- und rückwärts schleudernd, einen Tanz um die Glut herum.
Der Anblick war derart grausig und erregend, daß es selbst den wilden chilenischen Matrosen den Atem verschlug vor panischem Schrecken und sie sich an der Wand halten mußten, um nicht von den Bänken herunterzufallen, auf die sie gestiegen waren.
Der Tanz endete mit einem Ruck wie unter einem unhörbaren Befehl; der Zulu schien mit einemmal wieder ganz bei Bewußtsein, — nur sein Gesicht war aschgrau geworden, — trat langsam und gemessen mit bloßen Füßen auf die glühenden Kohlen und blieb mehrere Minuten lang unbeweglich darauf stehen.
Keine Spur von Brandgeruch, der verraten hätte, daß seine Haut versengt worden wäre. Als er von dem Gluthaufen herabstieg, fand der Professor seine Sohlen völlig unversehrt und nicht einmal heiß.
Ein junges Mädchen in der schwarzblauen Tracht der Heilsarmee, die mittlerweile leise von der Gasse hereingekommen war, hatte den letzten Teil der Vorstellung mit angesehen und nickte dem Zulu, den sie zu kennen schien, freundlich einen Gruß zu.
„Ja, wo kommst denn du her, Mary?“ rief die Hafensau erstaunt, umarmte sie und küßte sie zärtlich auf beide Wangen.
„Ich habe Mister Usibepu heute abend durchs Fenster hier sitzen sehen, — ich kenne ihn vom Café Flora her, wo ich ihm mal die Bibel hab’ auslegen wollen, aber er kann ja leider nur wenig Holländisch —“ erklärte Mary Faatz, — „und eine feine alte Dame aus dem Béginenstift schickt mich, ich soll ihn hinaufbringen, und noch zwei vornehme Herrschaften sind auch oben.“
„No, halt bei dem Schuster Klinkherbogk.“
Zitter Arpád fuhr herum, als er den Namen hörte, tat aber gleich darauf so, als kümmere es ihn weiter nicht, und fing an, den Zulu, der in seinem Triumph für Fragen zugänglicher war als sonst, geschickt in seinem afrikanischen Kauderwelsch auszuholen.