Hauberrisser glaubte ihr kein Wort. Ärgerlich dachte er nach, was er tun könne, um sie von ihrem Mißtrauen abzubringen.
„Also gut, Fräulein, lassen wir das jetzt; aber sagen Sie mir wenigstens: wer ist dieser ‚Chidher Grün‘, dessen Namen draußen auf der Tafel steht?“
„Auf welcher Tafel, bitte?“
„Um Himmelswillen! Fräulein! Draußen auf Ihrer Ladentafel!“
Die Verkäuferin riß die Augen auf. — „Auf unserer Tafel steht doch: Zitter Arpád!“ stotterte sie gänzlich verblüfft.
Hauberrisser ergriff seinen Hut und eilte wütend hinaus, um sich zu überzeugen. — Im Spiegel des Türfensters sah er, daß die Verkäuferin sich mit staunender Gebärde auf die Stirn tupfte. — Als er dann auf die Gasse trat und zu dem Firmenschild emporblickte, las er — und das Herz stand ihm still dabei — tatsächlich unter der Bezeichnung Vexiersalon den Namen: Zitter Arpád.
Von „Chidher Grün“ auch nicht ein Buchstabe.
Er war derartig verwirrt und fühlte sich so beschämt, daß er seinen Spazierstock im Laden im Stiche ließ und schnurstracks wegeilte, um so rasch wie möglich in eine andere Gegend zu kommen.
— — — — — — — —
Wohl eine Stunde irrte er wie geistesabwesend durch alle möglichen Straßen, geriet in totenstille Gassen und enge Höfe, in denen plötzlich Kirchen, im heißen Sonnenbrand träumend, vor ihm auftauchten, — schritt durch finstere, kellerkühle Torwege und hörte seine Tritte darin hallen wie in klösterlichen Kreuzgängen.