„Du läßt mich heute, scheint’s, gar nicht zu Worte kommen,“ unterbrach Hauberrisser; „mir schwebt schon lange etwas auf der Zunge, was ich sagen möchte.“

„Also los! Warum sprichst du nicht?“

„Vorerst nur noch eine Frage: Hast du Anhaltspunkte, oder — oder Vorzeichen, daß wir alle vor einem — nennen wir’s mal: Wendepunkt — stehen?“

„Hm. — Ja. — Es ist das wohl mehr Gefühlssache. Ich tappe da selbst noch ziemlich im Finstern. — Ein Faden zum Beispiel, an dem ich mich vorwärtstaste, ist dünn wie ein Spinngewebe. — Ich bilde mir nämlich ein, daß ich gewisse Grenzsteine in unserer innern Fortentwicklung gefunden habe, die uns anzeigen, wann wir ein neues Gebiet betreten. Das zufällige Zusammentreffen mit einem Fräulein van Druysen — du wirst sie heute noch kennen lernen — und etwas, was sie mir von ihrem Vater erzählte, hat mich darauf gebracht. Ich schloß daraus, — vielleicht ganz ungerechtfertigterweise — daß ein solcher ‚Grenzstein‘ im menschlichen Bewußtsein ein für alle, die reif dazu sind, gleiches inneres Erlebnis ist. — Nämlich, — lache jetzt bitte nicht —: die Vision eines grünen Gesichtes.“

Hauberrisser faßte erregt den Arm seines Freundes und unterdrückte einen Ausruf des Erstaunens.

„Um Gotteswillen, was ist dir?“ rief Pfeill.

In fliegenden Worten erzählte Hauberrisser, was er erlebt hatte.

Das Gespräch, das sich daraus entspann, fesselte sie dermaßen, daß sie den Diener kaum bemerkten, der melden kam, Fräulein Eva van Druysen und Herr Dr. Ismael Sephardi seien eingetroffen, und Baron Pfeill auf einer Tablette zwei Visitenkarten und das Abendblatt der Amsterdamer Zeitung überreichte.

— — — — — — — —

Bald war die Unterhaltung über das grüne Gesicht in vollem Gange.