Und wie er kleiner und kleiner wurde und sich bei Tagesgrauen wieder in sein Kartenblatt verkroch, da stand ich auf, ging hinüber zu ihm und steckte ihn in die Tasche — den Pagad.

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Immer noch war die Gasse unten öd und menschenleer.

Ich durchstöberte die Zimmerecke, die jetzt im stumpfen Morgenlichte lag: Scherben, dort eine rostige Pfanne, morsche Fetzen, ein Flaschenhals. Tote Dinge und doch so merkwürdig bekannt.

Und auch die Mauern — wie die Risse und Sprünge darin deutlich wurden — wo hatte ich sie nur gesehen?

Ich nahm das Kartenpäckchen zur Hand — es dämmerte mir auf: hatte ich die nicht einst selbst bemalt? Als Kind? Vor langer, langer Zeit?

Es war ein uraltes Tarokspiel. Mit hebräischen Zeichen. — Nummer 12 muß der „Gehenkte“ sein, überkam’s mich wie halbe Erinnerung. — Mit dem Kopf abwärts? Die Arme auf dem Rücken? — Ich blätterte nach: Da! Da war er.

Dann wieder, halb Traum, halb Gewißheit, tauchte ein Bild vor mir auf: Ein geschwärztes Schulhaus, bucklig, schief, ein mürrisches Hexengebäude, die linke Schulter hochgezogen, die andere mit einem Nebenhaus verwachsen. — — — Wir sind mehrere halbwüchsige Jungen — ein verlassener Keller ist irgendwo — — —

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Dann sah ich an meinem Körper herab und wurde wieder irre: Der altmodische Anzug war mir völlig fremd. — — —