Hastig sagte ich mir vor mit steifen Lippen, es sei nur der Wind, der da so eisig aus der Ecke herüberwehte, sagte es mir vor, schneller und schneller, mit pfeifendem Atem — es half nicht mehr: dort drüben der weißliche Fleck — die Karte — sie quoll auf zu blasigen Klumpen, tastete sich hin zum Rande des Mondstreifens und kroch wieder zurück in die Finsternis. — Tropfende Laute — halb gedacht, geahnt, halb wirklich — im Raum und doch außerhalb um mich herum und doch anderswo, — tief im eigenen Herzen und wieder mitten im Zimmer — erwachten: Geräusche, wie wenn ein Zirkel fällt und mit der Spitze im Holz stecken bleibt!
Immer wieder: Der weißliche Fleck — — — der weißliche Fleck — —! Eine Karte, eine erbärmliche, dumme, alberne Spielkarte ist es, schrie ich mir ins Hirn hinein — — — umsonst — — jetzt hat er sich dennoch — dennoch Gestalt erzwungen — der Pagad — und hockt in der Ecke und stiert herüber zu mir mit meinem eigenen Gesicht.
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Stunden und Stunden kauerte ich da — unbeweglich — in meinem Winkel, ein frosterstarrtes Gerippe in fremden, modrigen Kleidern! — Und er drüben: ich selbst.
Stumm und regungslos.
So starrten wir uns in die Augen — einer das gräßliche Spiegelbild des andern. — — —
Ob er es auch sieht, wie sich die Mondstrahlen mit schneckenhafter Trägheit über den Boden hinsaugen und wie Zeiger eines unsichtbaren Uhrwerks in der Unendlichkeit die Wand emporkriechen und fahler und fahler werden? —
Ich bannte ihn fest mit meinem Blick und es half ihm nichts, daß er sich auflösen wollte in dem Morgendämmerschein, der ihm vom Fenster her zu Hilfe kam.
Ich hielt ihn fest.
Schritt vor Schritt habe ich mit ihm gerungen um mein Leben — um das Leben, das mein ist, weil es nicht mehr mir gehört. — — —