Briefe? Bild? Schreibtisch? — ich wußte nicht mehr, was ich tat: ich riß Angelina an meine Brust und küßte sie. Auf den Mund, auf die Stirn, auf die Augen.
Ihr blondes Haar lag wie ein goldner Schleier vor meinem Gesicht.
Dann hielt ich sie an ihren schmalen Händen und erzählte ihr mit fliegenden Worten, daß der Todfeind Wassertrums — ein armer böhmischer Student — die Briefe und alles in Sicherheit gebracht hätte und sie in meinem Besitz seien und fest verwahrt.
Und sie fiel mir um den Hals und lachte und weinte in einem Atem. Küßte mich. Rannte zur Tür. Kehrte wieder um und küßte mich wieder.
Dann war sie verschwunden.
Ich stand wie betäubt und fühlte noch immer den Atem ihres Mundes an meinem Gesicht.
Ich hörte, wie die Wagenräder über das Pflaster donnerten und den rasenden Galopp der Hufe. Eine Minute später war alles still. Wie ein Grab.
Auch in mir.
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Plötzlich knarrte die Tür leise hinter mir, und Charousek stand im Zimmer: