Ich wollte mir Vorwürfe machen, daß ich feig sei: — die Gedanken blieben stecken. Mitten im Satz.

Eine wahnwitzige Idee überfiel mich plötzlich: Rasch, rasch auf den Tisch steigen, einen Sessel packen und zu mir hinaufziehen und „dem“ den Schädel damit von oben herab einschlagen, das da auf dem Boden herumkroch, — — wenn — wenn es in die Nähe kam.

„Es ist doch niemand hier,“ sagte ich mir laut und ärgerlich vor, „hast du dich denn je im Leben gefürchtet?“

Es half nichts. Die Luft, die ich einatmete, wurde dünn und schneidend wie Äther.

Wenn ich irgend etwas gesehen hätte: das Gräßlichste, was man sich vorstellen kann, — im Nu wäre die Furcht von mir gewichen.

Es kam nichts.

Ich bohrte meine Augen in alle Winkel:

Nichts.

Überall lauter wohlbekannte Dinge: Möbel, Truhen, die Lampe, das Bild, die Wanduhr — leblose, alte, treue Freunde.

Ich hoffte, sie würden sich vor meinen Blicken verändern und mir Grund geben, eine Sinnestäuschung als Ursache für das würgende Angstgefühl in mir zu finden.