Es lag eine Spannung in der Luft, über die ich mir keine Rechenschaft geben konnte, die aber trotzdem vorhanden war wie etwas Greifbares und sich im Verlauf weniger Sekunden derart heftig auf mich übertrug, daß ich vor Unruhe anfangs kaum wußte, was ich zuerst tun sollte: Licht anzünden, hinter mir abschließen, mich niedersetzen oder auf und ab gehen.

Hatte sich jemand in meiner Abwesenheit eingeschlichen und versteckt? War’s die Angst eines Menschen vor dem Gesehenwerden, die mich ansteckte? War Wassertrum vielleicht hier?

Ich griff hinter die Gardinen, öffnete den Schrank, ein Blick ins Nebenzimmer: — niemand.

Auch die Kassette stand unverrückt an ihrem Platz.

Ob es nicht am besten war, ich verbrannte die Briefe kurz entschlossen, um ein für allemal die Sorge um sie los zu sein?

Schon suchte ich nach dem Schlüssel in meiner Westentasche — aber mußte es denn jetzt geschehen? Es blieb mir doch Zeit genug bis morgen früh.

Erst Licht machen!

Ich konnte die Streichhölzer nicht finden.

War die Tür abgesperrt? — Ich ging ein paar Schritte zurück. Blieb wieder stehen.

Warum mit einem Male die Angst?