Man konnte ihm deutlich anhören, welche Mühe er sich gab, hochdeutsch zu reden.
Ich fühlte mich nicht zu einer Entgegnung verpflichtet und wartete, was er weiter sagen würde.
In seiner Verlegenheit griff er nach der Feile, die — weiß Gott wieso — noch seit Charouseks Besuch auf dem Tisch lag, fuhr aber unwillkürlich sofort wie von einer Schlange gebissen zurück. Ich staunte innerlich über seine unterbewußte seelische Feinfühligkeit.
„Freilich, natürlich, es gehört zum Geschäft, daß man’s fein hat,“ raffte er sich auf, zu sagen, „wenn man — so noble Besuche bekommt.“ Er wollte die Augen aufschlagen, um zu sehen, welchen Eindruck die Worte auf mich machten, hielt es aber offenbar noch für verfrüht und schloß sie schnell wieder.
Ich wollte ihn in die Enge treiben: „Sie meinen die Dame, die neulich hier vorfuhr? Sagen Sie doch offen, wo Sie hinauswollen!“
Er zögerte einen Moment, dann packte er mich heftig am Handgelenk und zerrte mich ans Fenster.
Die sonderbare, unmotivierte Art, mit der er es tat, erinnerte mich daran, wie er vor einigen Tagen den taubstummen Jaromir unten in seine Höhle gerissen hatte.
Mit krummen Fingern hielt er mir einen blitzenden Gegenstand hin:
„Was glauben Sie, Herr Pernath, laßt sich da noch was machen?“
Es war eine goldene Uhr, mit so stark verbeulten Deckeln, daß es fast aussah, als hätte sie jemand mit Absicht verbogen.