Gassenjungen zogen in Scharen johlend links und rechts mit, Weiber rissen die Fenster auf, drohten mit Kochlöffeln herunter und schimpften hinter mir drein.

Schon von weitem sah ich den massigen Steinwürfel des Gerichtsgebäudes mit der Inschrift auf dem Giebel herannahen:

„Die strafende Gerechtigkeit ist
die Beschirmung aller Braven.“

Dann nahm mich ein riesiges Tor auf und ein Flurzimmer, in dem es nach Küche stank.

Ein vollbärtiger Mann mit Säbel, Beamtenrock und -mütze, barfuß und die Beine in langen, um die Knöchel zusammengebundenen Unterhosen, stand auf, stellte die Kaffeemühle, die er zwischen den Knien hielt, weg und befahl mir, mich auszuziehen.

Dann visitierte er meine Taschen, nahm alles heraus, was er darin fand, und fragte mich, ob ich — Wanzen hätte.

Als ich verneinte, zog er mir die Ringe von den Fingern und sagte, es sei gut, ich könne mich wieder ankleiden.

Man führte mich mehrere Stockwerke hinauf und durch Gänge, in denen vereinzelt große, graue, verschließbare Kisten in den Fensternischen standen.

Eiserne Türen mit Riegelstangen und kleinen, vergitterten Ausschnitten, über jedem eine Gasflamme, zogen sich in ununterbrochener Reihe die Wand entlang. Ein hünenhafter, soldatisch aussehender Gefangenwärter — das erste ehrliche Gesicht seit Stunden — sperrte eine der Türen auf, schob mich in eine dunkle, schrankartige, pestilenzialisch stinkende Öffnung und schloß hinter mir ab.

Ich stand in vollkommener Finsternis und tappte mich zurecht.