Dann schlug es fünf.

Ich hörte, wie die Gefangenen erwachten und gähnend eine Unterhaltung in böhmischer Sprache führten.

Eine Stimme kam mir bekannt vor; ich drehte mich um, stieg von dem Brett herunter und — sah den blatternarbigen Loisa auf der Pritsche, gegenüber der meinigen, sitzen und mich verwundert anstarren.

Die beiden anderen waren Gesellen mit verwegenen Gesichtern und musterten mich geringschätzig.

„Defraudant? Was?“, fragte der eine halblaut seinen Kameraden und stieß ihn mit dem Ellenbogen an.

Der Gefragte brummte verächtlich irgend etwas, kramte in seinem Strohsack, holte ein schwarzes Papier hervor und legte es auf den Boden.

Dann schüttete er aus dem Krug ein wenig Wasser darauf, kniete nieder, bespiegelte sich darin und kämmte sich mit den Fingern das Haar in die Stirn.

Hierauf trocknete er das Papier mit zärtlicher Sorgfalt ab und versteckte es wieder unter der Pritsche.

„Pan Pernath, Pan Pernath,“ murmelte Loisa dabei beständig mit aufgerissenen Augen vor sich hin, wie jemand, der ein Gespenst sieht.

„Die Herrschaften kennen einand, wie ich bemerkö,“ sagte der Ungekämmte, dem dies auffiel, in dem geschraubten Dialekt eines tschechischen Wieners und machte mir spöttisch eine halbe Verbeugung: „Erlaubens mich vorzustellen: Vóssatka ist mein Name. Der schwarze Vóssatka. — — — Brandstiftung,“ setzte er eine Oktave tiefer stolz hinzu.