„Weshalb soll ich denn aus dem Gefängnis ausbrechen?“ wandte ich schüchtern ein, „ich bin doch unschuldig.“

„Daß ise doch kein Grund, um nicht auszubrechen!“, widerlegte mich der schöne Wenzel und machte vor Erstaunen kreisrunde Augen.

Ich mußte meine ganze Beredsamkeit aufbieten, um ihm den verwegenen Plan, der, wie er sagte, das Resultat eines „Bataillons“beschlusses war, auszureden.

Daß ich „die Gabe Gottes“ von der Hand wies und lieber warten wollte, bis ich von selbst freikommen würde, war ihm unbegreiflich.

„Jedenfalls danke ich Ihnen und Ihren braven Kameraden auf das allerherzlichste,“ sagte ich gerührt und drückte ihm die Hand. „Wenn die schwere Zeit für mich vorüber ist, wird es mein erstes sein, mich Ihnen allen erkenntlich zu zeigen.“

„Ise gar nicht nätig,“ lehnte Wenzel freundlich ab. „Wann Sie ein paar Glas ‚Pils‘ zahlen, nähmen wir sich dankbar an, abe sunst nix. Pan Charousek, was ise jetz Schatzmistr vom Bataljohn, hat e’ uns schon erzählt, was Sie für ein heimlicher Wohltäter sin. Soll ich ihm was ausrichten, wenn ich in paar Täg wieder herauskomm?“

„Ja, bitte,“ fiel ich rasch ein, „sagen Sie ihm, er möchte zu Hillel gehen und ihm mitteilen, ich hätte soviel Angst wegen der Gesundheit seiner Tochter Mirjam. Herr Hillel solle sie nicht aus den Augen lassen. — Werden Sie sich den Namen merken?: Hillel!“

„Hirräl?“

„Nein: Hillel.“

„Hillär?“