Also: harren Sie aus und verzweifeln Sie nicht! Der Tag, wo Sie frei sein werden, steht vielleicht bald bevor.
Ob trotzdem ein Tag kommen wird, wo wir uns wiedersehen?
Ich weiß es nicht.
Fast möchte ich sagen: ich glaube es nicht, denn mit mir geht’s rasch zu Ende, und ich muß auf der Hut sein, daß mich die letzte Stunde nicht überrascht.
Aber eins halten Sie fest: wir werden uns wiedersehen.
Wenn auch nicht in diesem Leben und nicht wie die Toten in jenem Leben, aber an dem Tag, wo die Zeit zerbricht, — wo, wie es in der Bibel steht, der HERR die ausspeien wird aus seinem Munde, die lau waren und weder kalt noch warm. — — —
Wundern Sie sich nicht, daß ich so rede! Ich habe nie mit Ihnen über diese Dinge gesprochen und, als Sie einmal das Wort ‚Kabbala‘ berührten, bin ich Ihnen ausgewichen, aber — ich weiß, was ich weiß.
Vielleicht verstehen Sie, was ich meine, und wenn nicht, so streichen Sie, ich bitte Sie darum, das, was ich gesagt habe, aus Ihrem Gedächtnis. — — Einmal, in meinen Delirien, glaubte ich — ein Zeichen auf Ihrer Brust zu sehen. — Mag sein, daß ich wach geträumt habe.
Nehmen Sie an, wenn Sie mich wirklich nicht verstehen sollten, daß ich gewisse Erkenntnisse gehabt habe — innerlich! — fast schon von Kindheit an, die mich einen seltsamen Weg geführt haben; — Erkenntnisse, die sich nicht decken mit dem, was die Medizin lehrt oder, Gott sei Dank, noch nicht weiß; hoffentlich auch nie erfahren wird.
Aber ich habe mich nicht dumm machen lassen von der Wissenschaft, deren höchstes Ziel es ist, einen — ‚Wartesaal‘ auszustaffieren, den man am besten niederrisse.