Ich bat den Untersuchungsrichter, das Verfahren zu beschleunigen, aber jedesmal hieß es, er könne nichts tun, — es sei Sache der Staatsanwaltschaft und nicht die seinige.
Amtsschimmel!
Eben erst, vor einer Stunde, gelang mir jedoch etwas, von dem ich mir den besten Erfolg erhoffe: ich habe erfahren, daß Jaromir dem Wassertrum eine goldene Taschenuhr, die er nach der damaligen Verhaftung seines Bruders Loisa in dessen Bett gefunden hatte, verkauft hat.
Beim ‚Loisitschek‘, wo, wie Sie wissen, die Detektivs verkehren, geht das Gerücht, man hätte die Uhr des angeblich ermordeten Zottmann — dessen Leiche übrigens noch immer nicht entdeckt ist — als corpus delicti bei Ihnen gefunden. Das übrige reimte ich mir zusammen: Wassertrum et cetera!
Ich habe mir Jaromir sofort vorgenommen, ihm 1000 fl. gegeben — —“ Ich ließ den Brief sinken und die Freudentränen traten mir in die Augen: nur Angelina konnte Charousek die Summe gegeben haben. Weder Zwakh, noch Prokop, noch Vrieslander besaßen soviel Geld. — Sie hatte mich also doch nicht vergessen! — Ich las weiter:
„— 1000 fl. gegeben und ihm weitere 2000 fl. versprochen, wenn er mit mir sofort zur Polizei ginge und eingestünde, die Uhr seinem Bruder zu Hause entwendet und verkauft zu haben.
Das alles kann aber erst geschehen, wenn dieser Brief durch Wenzel bereits an Sie unterwegs ist. Die Zeit reicht nicht aus.
Aber seien Sie versichert: es wird geschehen. Heute noch. Ich bürge Ihnen dafür.
Ich zweifle keinen Augenblick, daß Loisa den Mord begangen hat und die Uhr die Zottmanns ist.
Sollte sie es wider Erwarten nicht sein, — nun, dann weiß Jaromir, was er zu tun hat: — Jedenfalls wird er sie als die bei Ihnen gefundene agnoszieren.