„Um so mehr, wo Sie sich jetzt quasi als ein anderer fühlen, müssen Sie alles aufbieten, dem Richterspruch zu entgehen!“, wandte ich ein.

Laponder machte eine abwehrende Handbewegung: „Sie irren! Die Richter haben von ihrem Standpunkt aus ganz recht. Sollen sie einen Menschen wie mich vielleicht frei umherlaufen lassen? Damit morgen oder übermorgen wieder das Unheil losbricht?“

„Nein; aber in einer Heilanstalt für Geisteskranke sollte man Sie internieren. Das ist es doch, was ich sage!“

„Wenn ich irrsinnig wäre, hätten Sie recht“, erwiderte Laponder gleichmütig. „Aber ich bin nicht irrsinnig. Ich bin etwas ganz anderes, — etwas, was dem Irrsein sehr ähnlich sieht, aber gerade das Gegenteil ist. Bitte, hören Sie zu. Sie werden mich sogleich verstehen. — — — Was Sie mir vorhin von dem Phantom ohne Kopf — ein Symbol natürlich: dieses Phantom, den Schlüssel können Sie leicht finden, wenn Sie darüber nachdenken — erzählten, ist mir einst genau so passiert. Nur habe ich die Körner angenommen. Ich gehe also den ‚Weg des Todes‘! — Für mich ist das Heiligste, das ich denken kann: meine Schritte vom Geistigen in mir lenken zu lassen. Blind, vertrauensvoll, wohin der Weg auch führen mag: ob zum Galgen oder zum Thron, ob zur Armut oder zum Reichtum. Niemals habe ich gezögert, wenn die Wahl in meine Hand gelegt war.

Darum habe ich auch nicht gelogen, als die Wahl in meiner Hand lag.

Kennen Sie die Worte des Propheten Micha:

„Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist,

und was der Herr von dir fordert,“?

Würde ich gelogen haben, hätte ich eine Ursache geschaffen, weil ich die Wahl hatte; — — als ich den Mord beging, schuf ich keine Ursache; nur die Wirkung einer in mir schlummernden, längst gelegten Ursache, über die ich keine Gewalt mehr besaß, wurde frei.

Also sind meine Hände rein.