„Er meint halt, daß der Herr weg ist, und niem’d weiß nicht, wohin“, mischte sich der Straßenkehrer, der uns die ganze Zeit über interessiert zugesehen hatte, belehrend ein.

Vor Schreck krampfte sich mir das Herz zusammen: Hillel fort! — Jetzt war ich ganz allein auf der Welt. — — Die Gegenstände im Zimmer fingen an vor meinen Augen zu flimmern.

„Und Mirjam?“

Meine Hand zitterte so stark, daß ich ihr Gesicht lange nicht ähnlich zeichnen konnte.

„Ist Mirjam auch verschwunden?“

„Ja. Auch verschwunden. Spurlos.“

Ich stöhnte laut auf, lief im Zimmer hin und her, daß die drei Soldaten einander fragend anblickten.

Jaromir suchte mich zu beruhigen und bemühte sich, mir noch etwas anderes mitzuteilen, was er erfahren zu haben schien: er legte den Kopf auf den Arm, wie jemand, der schläft.

Ich hielt mich an der Tischplatte: „Um Gottes Christi willen, Mirjam ist gestorben?“

Kopfschütteln. Jaromir wiederholte die Gebärde des Schlafens.