Unzählige Male — besonders an Frauen — konstatierte er grünen Star, wo harmlose Sehstörungen vorlagen, nur um zu einer Operation zu kommen, die ihm keine Mühe machte und viel Geld eintrug.

Da endlich hatte er vollkommen Wehrlose in der Hand; da gehörte zum Ausplündern auch keine Spur von Mut mehr!

Sehen Sie, Meister Pernath, da war das degenerierte Raubtier in jene Lebensbedingungen versetzt, wo es auch ohne Waffe und Kraft sein Opfer zerfleischen konnte.

Ohne etwas aufs Spiel zu setzen! — Begreifen Sie?! Ohne das geringste wagen zu müssen!

Durch eine Menge fauler Veröffentlichungen in Fachblättern hatte sich Dr. Wassory in den Ruf eines hervorragenden Spezialisten zu setzen verstanden und sogar seinen Kollegen, die viel zu arglos und anständig waren, um ihn zu durchschauen, Sand in die Augen zu streuen gewußt.

Ein Strom von Patienten, die alle bei ihm Hilfe suchten, war die natürliche Folge.

Kam nun jemand mit geringfügigen Sehstörungen zu ihm und ließ sich untersuchen, so ging Dr. Wassory sofort mit tückischer Planmäßigkeit zu Werke.

Zuerst stellte er das übliche Krankenverhör an, notierte aber geschickt immer nur, um für alle Fälle später gedeckt zu sein, jene Antworten, die eine Deutung auf grünen Star zuließen.

Und vorsichtig sondierte er, ob nicht schon eine frühere Diagnose vorläge.

Gesprächsweise ließ er einfließen, daß ein dringender Ruf aus dem Auslande behufs wichtiger, wissenschaftlicher Maßnahmen an ihn ergangen sei und er daher schon morgen verreisen müsse. —